Politik

Besuch in umstrittenem Schrein Japanische Politiker brüskieren Nachbarn

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Fast 170 Abgeordnete nahmen an dem umstrittenen Besuch des Schreins teil.

(Foto: REUTERS)

Konflikte gibt es in Ostasien genug. Nordkorea etwa droht mit Atomwaffen und Japan und China streiten um eine Inselgruppe. Das hält japanische Abgeordnete nicht davon ab, die Nachbarn zu brüskieren. Sie besuchen einen Schrein, in dem auch Kriegsverbrecher verehrt werden.

Fast 170 japanische Abgeordnete haben den umstrittenen Yasukuni-Schrein in Tokio besucht. Die insgesamt 168 Parlamentarier seien zu dem Gedenkort für die Toten des Zweiten Weltkriegs gekommen, sagte der Oberhaus-Abgeordnete Toshiei Mizuochi. Für gewöhnlich nehmen weit weniger Politiker an der jährlichen Fahrt zu dem Schrein teil.

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Vor der japanischen Botschaft in Seoul gab es Proteste gegen den Besuch des Schreins.

(Foto: AP)

Der Yasukuni-Schrein ist umstritten, weil dort neben Japans 2,5 Millionen Kriegstoten auch 14 verurteilte Kriegsverbrecher geehrt werden. Besuche von Mitgliedern der japanischen Regierung in dem Schrein sorgen immer wieder für Empörung in China und auf der koreanischen Halbinsel.

China kritisierte den Besuch als Geschichtsleugnung. Es sei "im Kern ein Versuch, Japans Geschichte der Aggression zu verleugnen", sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking. Auch ein Sprecher des südkoreanischen Außenministeriums kritisierte die Reise der japanischen Abgeordneten scharf. Tokio müsse "gut überlegen", welche Wirkung der Besuch auf Länder habe, die während des Zweiten Weltkriegs von Japan besetzt waren. Im Yasukuni-Schrein würden der Krieg glorifiziert und Kriegsverbrecher verehrt, kritisierte der Sprecher.

Inselstreit schwelt weiter

Erst am Montag hatte Südkorea Pläne für eine Japanreise von Außenminister Yun Byung Se auf Eis gelegt, nachdem mehrere japanische Kabinettsmitglieder den Schrein besucht hatten. Auch aus Peking kam Kritik am Verhalten der Regierungsmitglieder. Japan müsse sich seiner früheren "Aggression" stellen und diese bereuen, sagte eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums.

Die Beziehungen zwischen Japan und China sind derzeit ohnehin gespannt. Die Länder streiten um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer, die beide Staaten sowie Taiwan für sich beanspruchen.

Die Regierung in Tokio teilte zudem mit, sie habe den chinesischen Botschafter einbestellt, nachdem erneut chinesische Regierungsschiffe in der Nähe der Inseln gesichtet wurden. Nach Angaben der japanischen Küstenwache waren um 8.00 Uhr (Ortszeit, 1.00 MESZ) acht Schiffe in die Gewässer um die Inselgruppe Senkaku, die im Chinesischen Diaoyu genannt wird, eingedrungen. Dies war laut der japanischen Regierung die höchste Zahl von chinesischen Schiffen in der Gegend an einem einzigen Tag.

Quelle: ntv.de, AFP

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