Politik

Mittellose US-Amerikaner Jeder sechste lebt in Armut

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Randy Stevenson sitzt vor einem Wohnwagen in Slab City. Der völlig abgelegene Ort in Kalifornien bietet etlichen arbeitslosen und verarmten US-Amerikanern ein Heim.

(Foto: REUTERS)

Verwahrloste Kinder, Hunger, Obdachlosigkeit - all das gibt es nicht nur in Entwicklungsländern. Wie aktuelle Statistiken der US-Regierung belegen, lebt jeder sechste US-Amerikaner in echter Armut - und das oft trotz eines Jobs.

In den USA hat die Zahl der Menschen zugenommen, die trotz eines regelmäßigen Einkommens arm sind. Ihr Anteil erreichte zuletzt 7,2 Prozent der Beschäftigten. Das gab die US-Regierung bekannt. Damit ist die Quote so hoch wie seit mindestens zwei Jahrzehnten nicht mehr.

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Betroffen sind immer auch die Kinder.

(Foto: REUTERS)

Rund 10 Millionen arbeitende US-Bürger müssen mit weniger als 10.830 Dollar im Jahr auskommen. Besonders häufig sind Frauen Armutsopfer. 7,6 Prozent der Arbeitnehmerinnen gelten als arm. Bei den Arbeitnehmern sind es nur 6,7 Prozent. Noch zehn Jahre zuvor lag der Anteil der Armen unter den Beschäftigten unter fünf Prozent.

Zu den arbeitenden Armutsopfern kommt in den USA noch eine erhebliche Zahl arbeitsloser hinzu. Schließt man sie in die Statistik mit ein, gelten 46 Millionen US-Bürger als arm, 15 Prozent der Bevölkerung.

Die Zahlen der US-Regierung beziehen sich auf das Jahr 2010. Für eine vierköpfige Familie lag die offizielle Armutsgrenze da bei 22.050 Dollar.

Auch in Deutschland gilt jeder Sechste als arm

Der Anteil armer Menschen an der Gesamtbevölkerung ist in den USA ungefähr Jeder Sechste ist arm . Laut dem statistischen Bundesamt leben derzeit 15,6 Prozent der Deutschen in Armut und verdienen weniger als 11.278 Euro im Jahr.

Wirklich zu vergleichen sind die Daten aus Deutschland und den USA aber nicht, da sie auf unterschiedlichen Datengrundlagen basieren. Die Statistik des Bundesamtes etwa erklärt jeden Bürger für arm, der weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens verdient. Die USA berechnen hingegen, wie viel Geld ein Bürger verdienen muss, um sich einen Mindeststandard etwa an Lebensmitteln leisten zu können. Wer laut der Statistiken aus den USA als arm gilt, ist also wirklich und nicht nur relativ arm.

Quelle: n-tv.de, ieh/rts

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