Politik

Gedenken an Ende der Sklaverei "Juneteenth"-Protestler stürzen Statue

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Nachdem die Demonstranten die Statue zu Boden gerissen hatten, steckten sie sie in Brand.

(Foto: REUTERS)

Am 19. Juni gedenken die USA der Abschaffung der Sklaverei vor mehr als 150 Jahren. In diesem Jahr bekommt der Tag durch George Floyds Tod und die "Black Lives Matter"-Bewegung eine neue Dynamik. Vielerorts wird demonstriert, in Washington stürzen Menschen das Ebenbild eines Konföderierten-Generals.

Unter dem Eindruck landesweiter Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt haben in den USA viele Menschen des Endes der Sklaverei vor mehr als 150 Jahren gedacht. Bei Demonstrationen anlässlich des "Juneteenth"-Gedenkens gab es Versammlungen in vielen Städten.

In Washington versammelten sich Menschen vor dem Lincoln Memorial und in der Nähe des Weißen Hauses. Am späten Abend rissen einige Demonstranten die Statue von Albert Pike - die einzige Statue eines Konföderierten-Generals in der Stadt - mit Seilen von seinem Sockel und setzten sie in Brand. Dazu skandierten dutzende Menschen den Slogan der Anti-Rassismus-Bewegung "Black Lives Matter".

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Trump verurteilte den Sturz der Statue und griff zugleich die Washingtoner Polizei an. "Die Polizei kommt ihrer Aufgabe nicht nach. Sie sieht zu, wie eine Statue gestürzt und abgefackelt wird", twitterte. Die Demonstranten sollten "sofort festgenommen" werden. "Eine Schande für unser Land."

Allein in New York nahmen derweil an mehreren Orten Tausende Menschen zu Fuß und auf Fahrrädern an Demonstrationen gegen Diskriminierung und für Gleichberechtigung teil. In der Bucht von San Francisco stürzten sich viele Hundert Schwimmer für eine Protestaktion ins Meer. Vor der Kulisse der historischen Alcatraz-Gefängnisinsel hielten sie schwimmend ein großes "Black Lives Matter"-Schild hoch. Auch in der Innenstadt von San Francisco, am Hafen von Oakland und an zahlreichen anderen Orten versammelten sich Zehntausende.

Obama spricht Bewegung Mut zu

"Juneteenth", auch "Freedom Day" genannt, ist jedes Jahr am 19. Juni. An diesem Datum im Jahr 1865 - kurz nach dem amerikanischen Bürgerkrieg - hatte eine entsprechende Proklamation in Texas das Ende der Sklaverei verkündet. Dieses Jahr steht der Gedenktag unter dem Eindruck der landesweiten Massenproteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd Ende Mai in Minneapolis.

In New York entfiel wegen der Corona-Pandemie allerdings der übliche Straßenumzug im Viertel Harlem. Bürgermeister Bill de Blasio kündigte bei einer Pressekonferenz an, dass "Juneteenth" vom kommenden Jahr an ein Feiertag in der Stadt sei und dann beispielsweise Schulen geschlossen bleiben. Die Metropole folgt damit dem Bundesstaat New York und einigen anderen US-Staaten.

"Während unser Land sich noch immer mit den Rassenproblemen beschäftigt, die wir noch immer haben, ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass wir eine globale Gemeinschaft sind", sagte First Lady Melania Trump in einer Videobotschaft. Alle Unterschiede, die es zwischen den Menschen gebe, sollten gefeiert werden.

Ex-Präsident Barack Obama schrieb auf Twitter, dass der 19. Juni eine Feier des Fortschritts sei: "Es ist eine Bestätigung, dass trotz der schmerzhaftesten Teile unserer Geschichte Veränderungen möglich sind - und es gibt noch so viel zu tun."

Quelle: ntv.de, jog/dpa/AFP