Politik

Medienkampagne gegen Deutschen KFOR-General Bühler wehrt sich

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Bühlers Arbeit wird von Serbien nicht geschätzt.

(Foto: dpa)

Der deutsche KFOR-General Bühler hat nur noch wenige Wochen Zeit im Amt als Kommandeur der Schutztruppen im Kosovo. Im September wird er turnusgemäß abgelöst und kehrt dann gemeinsam mit seiner aus dem Kosovo stammenden Lebensgefährtin nach Deutschland zurück. Die Serben lassen ihn gerne ziehen. Sie halten ihn wegen seiner privaten Verstrickungen für "parteilich".

In Serbien wächst die Kritik am deutschen General Erhard Bühler wegen angeblicher Parteilichkeit. Der Kommandeur der KFOR-Schutztruppe im Kosovo sei wegen der Beziehung zu seiner aus Pristina stammenden Lebensgefährtin nicht objektiv und vertrete die Sache der Albaner, lauteten die Vorwürfe in serbischen Medien. Die Zeitung "Politika" druckte in Belgrad ein scharfes Dementi eines Bühler-Sprechers auf die schweren Anschuldigungen eines serbischen Spitzenpolitikers.

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Bundesaußenminister Westerwelle wurde vergangene Woche von General Bühler in Pristina begrüßt.

(Foto: dpa)

"Alle verleumderischen Anschuldigungen" weise man "scharf zurück", heißt es in dem Schreiben: "Alle internationalen Organisationen und Regierungen, einschließlich der Vertreter der serbischen Regierung, haben die Unparteilichkeit von General Bühler anerkannt". Der 55 Jahre alte Bühler wird am 9. September vom deutschen General Erhard Drews abgelöst.

Serbenführer Radenko Nedeljkovic hatte dagegen behauptet: "KFOR hat sich von Anfang an in den Dienst des selbst ernannten Staates Kosovo gestellt und Bühler spielt die Rolle eines Zollbeamten von (Kosovo-Regierungschef Hashim) Thaci".

Ganzseitige Anzeige gedruckt

Die Belgrader Zeitung "Press" druckte am Sonntag eine ganzseitige Karikatur, in der Bühler wegen seiner aus Pristina stammenden Lebensgefährtin angegriffen wird. Auf dem Bild hält der KFOR-Oberbefehlshaber bei den Verwandten seiner Freundin um deren Hand an. Als "Verkaufspreis" für die Frau bietet er den von Serben besiedelten Norden Kosovos und Organe wie "Nieren und Lebern" von Serben an.

Seit Jahren gibt es Vorwürfe von serbischer Seite, Albaner hätten im Bürgerkrieg in den Jahren 1998 und 1999 serbischen Gefangenen Organe entnommen und diese dann verkauft.

Bühler hat wiederholt alle Vorwürfe zurückgewiesen, er vertrete wegen seiner 47 Jahre alten Partnerin einseitig die Interessen der Albaner im Kosovo. Seine Frau habe Wurzeln in vielen ehemaligen jugoslawischen Republiken und sei damit ein "typisches Kind der multi-ethnischen Verhältnisse" auf dem Balkan. Er habe sie schon vor vielen Jahren kennengelernt und lebe mit ihr in Deutschland. Dagegen behaupteten serbische Medien, Bühler werde zum Ende seiner Amtszeit in drei Wochen eine "reinblütige" und sehr junge Albanerin "mit nach Deutschland nehmen".

Quelle: ntv.de, dpa