Politik

"Der Islam gehört nicht zu Deutschland" Kauder kritisiert Wulff scharf

Der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder verschärft seine Kritik an den Islam-freundlichen Äußerungen von Bundespräsident Christian Wulff. "Ich teile nicht die Auffassung des Bundespräsidenten, der Islam gehöre zu Deutschland", sagte Kauder der "Bild"-Zeitung. Zuvor hatte er die Rede des Bundespräsidenten zum Tag der Deutschen Einheit lediglich als erklärungsbedürftig bezeichnet.

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Ob er das so wollte? Bundespräsident Wulff hat mit seinen Worten über die Bedeutung des Islam in Deutschland eine heftige Debatte ausgelöst - vor allem in seiner eigenen Partei.

(Foto: REUTERS)

Jetzt sagte Kauder: "Unsere Werteordnung, zu der auch die Religionsfreiheit gehört, müssen wir erhalten. Der Islam kann diese Wertordnung nicht bestimmen."

Islam bleibt für Union außen vor

Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière sieht auf absehbare Zeit keine Gleichstellung von Christentum und Islam in Deutschland. Der Satz des Bundespräsidenten, der Islam sei ein Teil Deutschlands, bedeute, dass diese Religion zwar dazugehöre, aber nur ein Teil sei.

"Wenn Sie jetzt fragen: Wird damit der Islam auf die gleiche Stufe gestellt wie das christlich-jüdische Religionsverständnis, Kulturverständnis, was wir haben, dann ist meine Antwort: auf absehbare Zeit nein", sagte de Maizière im Deutschlandradio.

Der Bundespräsident hatte am Tag der Einheit gesagt: "Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland." Daran entzündete sich die Debatte.

Quelle: ntv.de, dpa