Politik

Friedliche Lösung für den Südsudan Kerry macht Druck

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Nahrungsmittelboxen des World Food Programme können die Not nur ein wenig lindern.

AP

Mit Entsetzen schauen die Vereinten Nationen nach den jüngsten Unruhen im Südsudan auf Tausende Tote und 100.000 Flüchtlinge. Doch der Einfluss der UN und anderer Politiker ist begrenzt, auch wenn US-Außenminister Kerry nun persönlich zum Telefonhörer greift.

Die USA und die Vereinten Nationen haben eine friedliche Lösung des Konflikts im Südsudan gefordert. US-Außenminister John Kerry telefonierte mit dem im Juli entlassenen südsudanesischen Vize-Präsidenten Riek Machar, um Gespräche zwischen diesem und der Regierung in Gang zu bringen, wie der Sender CNN unter Berufung auf einen Ministerialbeamten berichtete. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon telefonierte mit einem halben Dutzend Staats- und Regierungschefs, um Unterstützung für die UN-Friedenstruppe vor Ort zu bekommen. Deren deutliche Verstärkung sollte noch am Dienstag beschlossen werden.

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Riek Machar (L) und Salva Kiir liefern sich einen erbitterten Machtkampf.

(Foto: REUTERS)

Kerry habe auf einen Waffenstillstand und unverzügliche politische Gespräche gedrungen, zitierte CNN den Beamten des Außenministeriums in Washington. Ein Machtkampf von Präsident Salva Kiir mit seinem Ex-Vize Machar ist Hintergrund der vor gut einer Woche ausgebrochenen schweren Unruhen im Land. Sie gehören verfeindeten Volksgruppen an. Bei den Unruhen waren in den vergangenen Tagen Hunderte Menschen ums Leben gekommen, auch zwei indische Blauhelmsoldaten.

UN will Truppen verstärken

Der UN-Sicherheitsrat wollte die Truppenstärke der Unsmiss genannten Mission nahezu verdoppeln. Zu den 7000 im Land stehenden Soldaten und Polizisten sollen rasch 5500 hinzukommen. "Wir müssen uns aber klar sein, dass noch viele Fragen zu klären sind. Das braucht Zeit", sagte der derzeitige Präsident des Sicherheitsrates, Frankreichs Botschafter Gérard Araud. Fraglich ist nach wie vor, wo die Soldaten herkommen sollen. Denn andere Missionen sollen nicht verringert werden.

Den Vereinten Nationen zufolge sind mindestens 100.000 Südsudanesen Vertriebene im eigenen Land. 45.000 Zivilisten hätten auf UN-Stützpunkten Schutz gesucht. Bei den Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungstruppen sind nach Einschätzung der Vereinten Nationen binnen einer Woche tausende Menschen getötet worden. Aus seiner Sicht bestehe "kein Zweifel" daran, dass die Zahl der Toten "in die tausende" gehe, sagte der stellvertretende Leiter der UN-Mission im Südsudan (UNMISS), Toby Lanzer, vor Journalisten in der Hauptstadt Juba. Seit Tagen wird die offizielle Opferzahl mit 500 angegeben. Mitarbeiter von Hilfsorganisationen äußerten aber die Befürchtung, dass die Zahl weit höher ist. Augenzeugen berichteten zudem von Gräueltaten wie gezielten ethnischen Massentötungen und Vergewaltigungen.

Zuvor hatte die UNO von Massengräbern im Südsudan gesprochen. Nach Angaben der UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay entdeckten UN-Mitarbeiter ein Massengrab in Bentiu im ölreichen Bundesstaat Unity. Außerdem gebe es Berichte über zwei Massengräber in Juba. Seit Beginn der Kämpfe vor gut einer Woche habe es Massenexekutionen ohne jedes Gerichtsverfahren gegeben. Menschen würden aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit verfolgt, auch gebe es willkürliche Verhaftungen. Nach Angaben von UN-Diplomaten sollen mindestens 75 Leichen gezählt worden sein.

Quelle: n-tv.de, sla/rts/dpa

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