Politik

Rückzug aus dem Europa-Parlament Koch-Mehrin orientiert sich neu

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Koch-Mehrin stimmt während einer Plenarsitzung des EU-Parlaments in Straßburg ab.

(Foto: picture alliance / dpa)

Silvana Koch-Mehrin galt lange als Hoffnungsträgerin der FDP, auch über die Europapolitik hinaus. Nach der Aberkennung ihres Doktortitels und immer neuer Kritik an ihrer Arbeitsmoral im EU-Parlament bereitet die 41-Jährige nun aber offensichtlich ihren Abschied aus der Politik vor.

Die wegen einer Plagiatsaffäre in die Kritik geratene FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin zieht sich 2014 aus dem Europaparlament zurück. "Ich werde dann nicht wieder antreten", sagte die 41-Jährige dem "Spiegel". Sie könne sich für die Zeit danach andere berufliche Tätigkeiten vorstellen.

Die FDP war 2004 mit Koch-Mehrin als Spitzenkandidatin nach zehn Jahren Abstinenz wieder ins Europaparlament eingezogen. 2009 wiederholte sich der Wahlerfolg. Im vergangenen Jahr hatte die Universität Heidelberg der Wirtschaftshistorikerin ihren Doktortitel entzogen. Dagegen klagt Koch-Mehrin.

Im Mai hatte Koch-Mehrin bereits ihr Amt als Vorsitzende der FDP im Europaparlament niedergelegt und in der Folge auch das Präsidium ihrer Partei verlassen. In den vergangenen Jahren stand die Politikerin auch immer wieder wegen ihrer Arbeitsmoral in der Kritik. So hatte sie kaum noch an Sitzungen des Petitionsausschusses teilgenommen, dem sie angehörte und auch Sitzungen des Ausschusses "Industrie, Forschung und Energie" selten besucht. Die Mitgliedschaft in diesem Ausschuss hatte sie ebenfalls nach der Plagiatsaffäre aufgegeben.

2009 vor der Europawahl kämpfte sie mit dem Vorwurf einer niedrigen Präsenzquote im Plenum des Europäischen Parlamentes.

Quelle: ntv.de, sba/dpa