Politik

Fehlerquote bei etwa 60 Prozent Körperscanner taugen nichts

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Noch ist die Nutzung der umstrittenen Scanner freiwillig.

(Foto: picture alliance / dpa)

Anfangs wurden die Geräte als "Nacktscanner" gebrandmarkt. Doch mittlerweile werden Fluggäste an sechs deutschen Airports mit Körperscannern durchleuchtet - und die Zahl soll nach dem Willen der Regierung weiter steigen. Doch die Scanner haben eine Haken.

Die an mehreren deutschen Flughäfen eingesetzten Körperscanner sind nach wie vor störanfällig. Bei dem Einsatz an sechs deutschen Flughäfen wurden in der ersten Jahreshälfte noch immer in rund 60 Prozent der Kontrollen Alarm ausgelöst. Das geht aus einer Regierungsantwort an die Linken-Fraktion im Bundestag hervor. Demnach lag die Alarmquote im ersten Quartal 2014 bei 62 Prozent, im zweiten Quartal bei 59 Prozent, heißt es in der Antwort. Unklar ist allerdings, wie viele der Alarme berechtigt waren.

"Die Scanner sollen ja die Sicherheit im Flugverkehr gewährleisten", sagte der Linken-Innenexperte Jan Korte. "Wenn aber in der Masse der unnötigen Alarme ein begründeter Alarm untergeht, wird das Gerät selbst zu einem Sicherheitsproblem." Unter diesen Umständen halte er es für geboten, "den Praxisbetrieb einzustellen oder zumindest weitere Sicherungen vorzusehen". Eine Ausweitung des Einsatzes dürfe es unter diesen Umständen erst recht nicht geben.

Die hohe Fehlerquote war ein Grund dafür, dass die Körperscanner nach dem Test von 2011 vorübergehend nicht mehr eingesetzt wurden. In der Antwort der Regierung verweist das Bundesinnenministerium nun darauf, dass das EU-Recht die "zwingende Nutzung" der Geräte ab dem 1. September 2015 vorschreibe. Deshalb sollen die Körperscanner an Deutschlands Flughäfen künftig verstärkt zum Einsatz kommen. Die Geräte seien seit dem Test von 2011 weiterentwickelt worden, die Rate unnötiger Alarme sei durchaus verringert worden, so das Ministerium.

Anwendung weiterhin freiwillig

Die umstrittenen Geräte erfüllten auch die datenschutzrechtlichen Anforderungen und zeigten etwa keine realen Körperbilder. Nach Regierungsangaben sind derzeit insgesamt 14 Körperscanner an sechs deutschen Flughäfen im Einsatz: Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg, Berlin-Schönefeld und München. Die Anwendung ist für die Passagiere freiwillig, sie werden bisher nur im US-Reiseverkehr eingesetzt.

Körperscanner funktionieren ähnlich wie Infrarotkameras. Die Geräte nutzen sogenannte Millimeterwellen, die zum natürlichen Spektrum der Wärmestrahlung gehören und auch vom menschlichen Körper abgegeben werden. Scanner bestrahlen Passagiere damit und können anhand der Reflexion jene Stellen identifizieren, an denen Gegenstände die Haut bedecken. Dadurch können sie am Körper versteckte neuartige Sprengstofffolien oder Keramikmesser finden, die bisher an Flughäfen eingesetzte Metalldetektoren nicht erkennen. Nach Angaben der Bundesregierung sind die Scanner für den menschlichen Körper gesundheitlich "unbedenklich".

Quelle: n-tv.de, ppo/AFP/dpa

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