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Beginn des NSU-Prozesses in München Kolat hofft auf lebenslänglich für Zschäpe

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Kenan Kolat.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der NSU-Prozess nimmt in München seinen Anfang. Neben Beate Zschäpe müssen sich vier weitere Angeklagte vor Gericht verantworten. Für den Vorsitzenden der Türkischen Gemeinde in Deutschland ist klar, was für Urteile am Ende des Prozesses stehen sollten. Kenan Kolat hofft auf Höchststrafen.

Vor dem Beginn des Prozesses um die Verbrechensserie der rechtsextremen Terrorgruppe NSU hat der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland lebenslängliche Freiheitsstrafen für die Beschuldigten gefordert. "Das ist ein Jahrhundertprozess. Es reicht nicht, die Beschuldigten zu verurteilen", sagte der Gemeindevorsitzende Kenan Kolat der "Mitteldeutschen Zeitung". "Wir hoffen, dass es zu Höchststrafen kommt. Und die Höchststrafe ist lebenslänglich."

Von dem Prozess gegen die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe und vier Mitangeklagte erhoffe er sich ferner, "dass die Verquickungen zwischen den Sicherheitsbehörden und dem NSU ans Tageslicht kommen", sagte Kolat der Zeitung. Das gelte insbesondere für die Rolle des Verfassungsschutzes. Darüber hinaus sei eine "offene Rassismus-Debatte" in Deutschland erforderlich, da das Problem der Ausländerfeindlichkeit inzwischen von den Rändern der Gesellschaft in deren Mitte gerückt sei.

Eineinhalb Jahre nach dem Auffliegen der Terrorgruppe NSU beginnt in München der Prozess um die Verbrechensserie der rechtsextremen Zelle. In einem der größten Strafverfahren der vergangenen Jahrzehnte muss sich Zschäpe unter anderem wegen Mittäterschaft bei zehn Morden verantworten. Vier weiteren Angeklagten wird Unterstützung des NSU beziehungsweise Beihilfe zu dessen Taten vorgeworfen.

Die Terrorzelle war jahrelang unentdeckt geblieben und soll zwischen dem Jahr 2000 und 2007 neun Migranten und eine deutsche Polizistin ermordet haben. Das Verfahren vor dem Oberlandesgericht München findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt.

Quelle: n-tv.de, AFP

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