Politik

Regierung und Farc-Rebellen einig Kolumbien hofft auf Frieden

Es gilt als ein wegweisender Erfolg: 50 Jahre kämpfen die Farc-Rebellen gegen die Regierung Kolumbiens. Nun einigen sich beide Seiten in einem wichtigen Punkt. Arme Bauern sollen Land bekommen. Doch bei der Einigung steckt noch ein Teufel im Detail.

Mitglieder der kolumbianischen Rebellenorganisation Farc an einer Straße bei Toribio. Touristen sollten derzeit das Department Chocó im Westen des Landes meiden. Foto: Christian Escobar Mora

Der blutige Kampf der Farc dauert seit etwa 50 Jahren an.

Die kolumbianische Regierung und die marxistischen Farc-Rebellen haben sich auf eine Reform bei der Verteilung von Agrarland geeinigt und damit einen wichtigen Fortschritt im Friedensprozess erzielt. Beide Seiten erklärten nach Verhandlungen in der kubanischen Hauptstadt Havanna, die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in den ländlichen Gebieten solle vorangebracht werden.

Konkret bedeutet dies: Der armen Bevölkerung soll Agrarland zur Verfügung gestellt werden. Damit wird eine der wichtigsten Forderungen der Farc erfüllt, die seit fast 50 Jahren gegen die Regierung kämpft. Seit vielen Jahren sind Entführungen, Erpressung und Drogenhandel an der Tagesordnung. Der Rebellen-Organisation sollen noch rund 8000 Mitglieder angehören, die sich in abgelegene Gebiete in den Bergen und im Urwald zurückgezogen haben. Mit Hilfe der USA startete die Regierung im Jahr 2002 eine Offensive gegen die Farc, die die Rebellen schwächte.

Friedensvertrag steht noch aus

In einer gemeinsamen Erklärung von Regierung und Farc hieß es nun, man habe sich auf den Beginn eines radikalen Umbaus verständigt, der Gleichheit und Demokratie in den ländlichen Regionen bedeute. Wie viel Land an die Bauern abgetreten wird, wurde nicht bekannt.

AP175657580482.jpg

Iván Márquez verhandelt für die Rebellen.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Der Unterhändler der Regierung, Humberto de la Calle, sagte, die Großgrundbesitzer würden ihr Land nicht verlieren. "Legale Landbesitzer haben nichts zu befürchten", sagte er. Zugleich betonte de la Calle, die Vereinbarung über die Landreform werde erst mit einem Friedensvertrag in Kraft treten. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg, weil viele weitere Punkte auf der Agenda der Verhandlungen stehen. Die Farc erklärte, nun sei der Weg für die Bevölkerung frei, sich für ihre Rechte einzusetzen.

Farc verlangt Nachverhandlungen

Doch auch einige Differenzen zeichneten sich zwischen den Verhandlungsparteien ab. Der Delegationsleiter der Rebellen, Luciano Marín, der sich auch Iván Márquez nennt, sprach von "punktuellen Ausnahmen" bei der Vereinbarung, "die notwendigerweise noch vor Ende der Verhandlungen aufgegriffen werden müssen".

Seit November 2012 finden auf Kuba Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien statt, sie sollen am 11. Juni weitergehen. Bereits dreimal waren Versuche, Frieden zu schließen, gescheitert, zuletzt im Jahr 2002. Im Zuge des Aufstands der Farc wurden mehr als 100.000 Menschen getötet und Millionen vertrieben.

Quelle: ntv.de, jtw/rts/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.