Politik

Denkmal für Hitler-Attentäter Konstanz erinnert an Elser

Die Stadt Konstanz erinnert mit einer Skulptur an den Hitler-Attentäter Johann Georg Elser. In der Stadt am Bodensee war Elser am 8. November 1939 gefasst worden, als er in die Schweiz fliehen wollte.

Johann Georg Elser wurde 1945 in Dachau ermordet.

(Foto: dpa)

Die Stadt Konstanz am Bodensee erinnert seit Sonntag mit einer Skulptur an den Hitler-Attentäter Johann Georg Elser. In einer bewegenden Zeremonie wurde anlässlich des 70. Jahrestags des gescheiterten Anschlags auf Hitler im Münchner Bürgerbräukeller eine Porträt-Büste am Ort von Elsers Festnahme an der Grenze zur Schweiz enthüllt. In dem Garten wenige Meter vom Grenzzaun entfernt war der Widerstandskämpfer am 8. November 1939 von Zöllnern gefasst worden, als er ins Nachbarland fliehen wollte. Der Schreinergeselle Elser hatte von 1925 bis 1932 in Konstanz gelebt.

Am 9. April 1945 wurde Elser im KZ Dachau ermordet. Sein Sprengstoffanschlag in München war fehlgeschlagen, weil Hitler den Versammlungsort eher als geplant verließ.

Die Bronze-Büste ist ein Werk des Bildhauers Markus Daum vom Bodensee. Der überdimensionale Elser-Kopf steht auf dem Sockel mit der Aufschrift: "Ich habe den Krieg verhindern wollen".

"Nicht weggeduckt"

Bei einer Feierstunde würdigte der Konstanzer Historiker Lothar Burchardt die historische Rolle des 1903 geborenen Elser. Der Handwerker sei ein Mann gewesen, der zu den wenigen gehörte, "die im Dritten Reich nicht weggeguckt haben".

Dennoch sei Elser nach dem Zweiten Weltkrieg in Vergessenheit geraten oder sogar als Auftragstäter des NS-Regimes geschmäht worden. Dabei hatte der Handwerker den Anschlag mit einer selbst gebastelten Bombe völlig allein verübt. Die Erinnerungskultur habe jedoch den militärischen und kirchlichen Widerstand in den Mittelpunkt gestellt.

"Elser aber lässt sich in keine der gängigen Schubladen einsortieren", sagte der Wissenschaftler. "Keine Kirche, Gewerkschaft oder Partei hat ihn für sich reklamiert". So sei Elser zwar KPD-Mitglied gewesen, aber kein linientreuer Kommunist. "Seine moralische Leistung steht der der Männer des 20. Juli 1944 in keiner Weise nach", meinte Burchardt.

Quelle: n-tv.de, dpa