Politik

Dutzende Tote und Verletzte in Kairo Kopten-Demo eskaliert

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Bei den Auseinandersetzungen gab es Tote und Verletzte.

(Foto: dpa)

Bei einer Demonstration christlicher Kopten in Kairo kommt es zu Zusammenstößen zwischen den Protestierenden und Polizei sowie der Armee. Mindestens 19 Menschen sterben, 150 weitere werden verletzt. Warum die Demonstration eskaliert, ist zunächst unklar.

Bei religiös motivierten Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und demonstrierenden Kopten sind in Kairo mindestens 19 Menschen getötet worden. Das berichtete das staatliche ägyptische Fernsehen. Mindestens 150 Menschen wurden demnach verletzt. Ein AFP-Korrespondent sah die Leichen von 16 koptischen Christen in einem Krankenhaus der ägyptischen Hauptstadt. Laut dem staatlichen Fernsehen wurden zudem drei Soldaten getötet.

Die koptischen Christen waren während einer Demonstration vor dem Fernsehgebäude mit Bewohnern der umliegenden Wohnviertel und mit dem Militär, das den Fernsehsitz sichert, aneinandergeraten. Demonstranten warfen nach Augenzeugenberichten Steine auf Polizisten und Soldaten und setzten Autos in Brand. Die Sicherheitskräfte gaben Schüsse in die Luft ab, um die Menge auseinanderzutreiben.

Die Kopten demonstrierten gegen muslimische Extremisten, die vor anderthalb Wochen in der südlichen Provinz Assuan eine Kirche niedergebrannt hatten. Auf ihrem Demonstrationszug quer durch die Stadt hatten die Kopten Kreuze geschwenkt und "Nieder mit dem Marschall" Hussein Tantawi skandiert, dem Leiter des regierenden Militärrats. Zunächst war nicht klar, was die Unruhen ausgelöst hat.

Immer wieder Auseinandersetzungen

Zwei Panzerspähwagen der Armee seien außerdem mitten in die Menge gefahren, berichteten Augenzeugen. Dabei seien mehrere Demonstranten überrollt und getötet worden. Ein Teilnehmer zeigte den Reportern angebliche Schädelteile eines Freundes, der auf diese Weise getötet worden sein soll. Das Staatsfernsehen behauptete wiederum, die tödlichen Schüsse auf die Soldaten seien von protestierenden Kopten abgegeben worden.

Bereits vor eine Woche hatten hunderte koptische Christen nach der Brandstiftung an der Kirche in der Region Assuan demonstriert. Sie war von jungen Muslimen in Brand gesetzt worden, nachdem der örtliche Gouverneur erklärt hätte, das Gotteshaus sei ohne behördliche Zustimmung errichtet worden.

In Ägypten kommt es immer wieder zu gewalttätigen Konflikten zwischen Kopten und Muslimen. Die Kopten stellen etwa zehn Prozent der Bevölkerung. Sie werden bei der Erteilung von Baugenehmigungen für Kirchen diskriminiert.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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