Politik

Referendum in Irland Kreuz zur EU-Erweiterung

In Irland ist am Samstagabend das Referendum zum EU-Reformvertrag von Nizza abgeschlossen worden. Um 22.00 Uhr MESZ schlossen die Wahllokale. Nach Berichten des irischen Fernsehens war die Beteiligung bis zum frühen Abend eher mäßig gewesen.

Bis 19.00 Uhr hatten demnach in der Innenstadt von Dublin erst etwa 25 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. In den Außenbezirken waren es 30 Prozent. Auf dem Land habe die Beteiligung bis drei Stunden vor Schließung der Wahllokale sogar bei nur etwa 20 Prozent gelegen.

Dennoch wurde in den meisten Wahlbezirken damit gerechnet, dass die Beteiligung höher ausfallen würde als beim ersten Referendum über den Vertrag im Juni vergangenen Jahres: Damals hatte sie bei 35 Prozent gelegen. Das geringe Interesse galt als einer der Hauptgründe dafür, dass die Iren den Vertrag damals abgelehnt hatten. Diesmal hatten Umfragen ein knappes Ja vorausgesagt.

Zur Wahl aufgerufen waren 2,9 Millionen Iren. Sollten sie wieder mehrheitlich mit Nein gestimmt haben, sind die geplante Reform und damit die Osterweiterung der Europäischen Union vorerst blockiert. Wie EU-Außenkommissar Chris Patten am Samstag noch einmal bestätigte, hat die EU keinen Alternativplan für die Erweiterung.

Quelle: ntv.de