Politik

Nach Luftangriffen im Nordirak Kurdenchef attackiert Türkei

Der Präsident der Kurden im Irak hat erneute Luftangriffe der Türkei auf den Norden des Landes verurteilt und abermals eine friedliche Lösung des Konflikts gefordert. Die Angriffe zielten nicht auf PKK-Rebellen, sondern auf die Idee einer autonomen Kurdenregion, sagte Masud Barsani am Sonntag während eines Besuchs von kurdischen Flüchtlingen aus der nördlichen Grenzregion des Irak. Das Problem könne nicht militärisch gelöst werden.

Die türkische Luftwaffe bombardierte nach Armeeangaben am Samstag erneut mutmaßliche Stellungen radikaler Kurden im Nordirak. Kurdischen Sicherheitskräften zufolge gab es dabei jedoch keine Opfer, da die Region in Erwartung türkischer Militärschläge evakuiert worden sei.

Die Türkei hat in den vergangenen drei Monaten wiederholt Ziele im Nordirak angegriffen. Die USA und die Europäische Union fürchten eine Destabilisierung der Region, sollte das Nato-Mitglied die Einsätze ausweiten.

Erst vor einer Woche hatte die türkische Luftwaffe massiv PKK-Stellungen im Kandil-Gebirge im nordirakischen Grenzgebiet bombardiert. Am Dienstag rückte die Armee dann schließlich mit Bodentruppen in das Nachbarland ein. Ankara wirft der irakischen Regierung vor, nicht ausreichend gegen die PKK-Rebellen vorzugehen, die die Grenzregion als Rückzugsort für ihren Kampf gegen die Regierung in Ankara nutzen.

Der Konflikt zwischen der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei und der türkischen Armee war eskaliert, nachdem die PKK auf türkischer Seite der Grenze mehrfach Soldaten getötet hatte. Regierung und Parlament der Türkei haben der Armee daraufhin grenzüberschreitende Einsätze erlaubt, die inzwischen von den USA mit Informationen der Geheimdienste unterstützt werden. Die Türkei hat auch Bodentruppen mehrere Kilometer tief in den Nordirak eindringen lassen und in den vergangenen drei Monaten wiederholt Ziele im Nordirak angriffen. Die Europäische Union fürchtet eine Destabilisierung der Region, sollte das NATO-Mitglied Türkei die Einsätze ausweiten.

Quelle: ntv.de