Politik

Säbelrasseln zum Jahrestag Lage in Georgien "beunruhigend"

Ein Jahr nach dem Krieg zwischen Russland und Georgien wird der Ton zwischen beiden Ländern wieder rauher. Obama und Medwedew sprachen sich für eine Beruhigung der Lage aus; Russland setzt seine Truppen jedoch in Alarmbereitschaft.

Panzer Russen Kaukasus

Moskau hat seine Truppen im Kaukasus bereits in Stellung gebracht.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

US-Präsident Barack Obama und Kremlchef Dmitri Medwedew haben sich kurz vor dem Jahrestag des Südkaukasuskrieges für eine Beruhigung der angespannten Lage in Georgien ausgesprochen. Obama habe in dem Telefongespräch die Bedeutung von internationalen Beobachtern und anderer Schritte zur Verhinderung eines neuen Militärkonflikts betont, heißt es in einer Mitteilung des Weißen Hauses.

Knapp ein Jahr nach dem militärischen Konflikt um Georgiens abtrünnige Provinzen Südossetien und Abchasien ist der Ton zwischen Moskau und Tiflis wieder schärfer geworden. Beide Seiten werfen sich gegenseitig Beschuss vor. Russland setzte seine Truppen in Südossetien bereits in erhöhte Kampfbereitschaft.

Moskau: Ergreifen "adäquate Maßnahmen"

Zugleich warf Moskau den USA vor, weiterhin Waffen an Georgien zu liefern. "Das beunruhigt uns und zwingt uns dazu, adäquate Maßnahmen zu ergreifen", sagte der russische Vize-Außenminister Grigori Karassin vor Journalisten in Moskau. Den neuen NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen rief er auf, keine "falschen Signale" an Georgien zu senden, nach denen die Allianz auf der Seite der Georgier stehe.

Russlands Vize-Generalstabschef Anatoli Nogowizin warf Georgien vor, eine neue militärische Auseinandersetzung provozieren zu wollen. Die Kaukasus-Republik rüste ihre Armee derzeit auf ein höheres Niveau als vor dem Konflikt vor einem Jahr, sagte Nogowizin. "Unsere Erfahrung zeigt, dass eine stärkere Bewaffnung nur aggressiven Zwecken dienen kann", fügte er hinzu.

Provokationen ohne Ende

Die Lage im Konfliktgebiet sei beunruhigend, ergänzte der russische Außenamtssprecher Andrej Nesterenko nach Angaben der Agentur Interfax. "Die Provokationen von georgischer Seite zum Jahrestag der August-Ereignisse nehmen kein Ende", sagte er. US-Vizepräsident Joe Biden zeigte sich in einem Telefonat mit Georgiens Präsidenten Michail Saakaschwili besorgt über die jüngsten Spannungen um Südossetien.

Im vergangenen Sommer hatten sich Russland und Georgien heftige Gefechte um Südossetien und Abchasien geliefert. Der Konflikt begann mit dem Einmarsch georgischer Truppen in das abtrünnige Südossetien in der Nacht zum 8. August. Beide Seiten stimmten schließlich einem von der EU vermittelten Waffenstillstand zu. Südossetien und Abchasien erklärten sich einseitig für unabhängig. Moskau erkennt dies an, die meisten anderen Staaten betrachten die Regionen weiterhin als georgisches Gebiet.

Quelle: ntv.de, dpa/rts/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen