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FDP-Chef erhebt schwere Vorwürfe Lindner nennt Söder "Schulhofschläger"

"Wem nichts heilig ist - der kann für sich nicht in Anspruch nehmen, bürgerliche Partei zu sein", sagte FDP-Chef Lindner über Söders CSU.

(Foto: picture alliance/dpa)

FDP-Chef Lindner greift Bayerns Ministerpräsidenten an. Söders CSU mache Staat und Kanzlerin in Europa erpressbar und verliere den Anspruch einer bürgerlichen Partei. Auch Linken-Fraktionschefin Wagenknecht fordert ein Ende des "inszenierten Parteientheaters".

Wegen des Asylstreits in der Unionsfraktion hat FDP-Chef Christian Lindner schwere Vorwürfe gegen den bayerischen CSU-Ministerpräsidenten Markus Söder erhoben. Söder nehme für seinen Wahlkampf "ein ganzes Land, einen ganzen Kontinent in Geiselhaft", sagte Lindner dem Magazin "Stern" in seiner neuen Ausgabe. Bayerns Regierungschef führe sich auf "wie ein pubertierender Schulhofschläger".

Die CSU breche im Streit um die Flüchtlingspolitik den Koalitionsvertrag mit der SPD und mache mit ihren Ultimaten "die Kanzlerin und unser Land in Europa erpressbar", sagte Lindner weiter. Seiner Ansicht nach verabschiedet sich die CSU mit ihrem Verhalten als bürgerliche Partei. "Wer verroht argumentiert, wer nicht vertragstreu ist, wer sogar das Kreuz als christliches Symbol politisch instrumentalisiert, wem also nichts heilig ist - der kann für sich nicht in Anspruch nehmen, bürgerliche Partei zu sein", sagte Lindner.

Sollte sich die CSU in ganz Deutschland ausbreiten, hätte das dem FDP-Chef zufolge "fatale Folgen". Lindner warnte, die CSU würde dann "in einen Schäbigkeitswettbewerb mit der AfD eintreten". Er nannte es einen "historisch beispiellosen Irrsinn, sollte sich die Regierung über einen 'Masterplan' zerlegen, den keiner kennt".

"Inszeniertes Parteientheater"

Ein Eintreten der FDP in die Regierung, sollte die Union auseinanderbrechen, schloss der FDP-Vorsitzende aus. "Ich sehe nicht, wo die inhaltlichen Übereinstimmungen sein könnten in einer schwarz-rot-gelben Deutschlandkoalition."

Derweil forderte die Fraktionsvorsitzende der Linken, Sahra Wagenknecht, nach dem Koalitionsausschuss in der Nacht zu Mittwoch von der Bundesregierung, sich mehr mit den existenziellen Problemen der Bürger zu beschäftigen. "Was sich die Menschen in diesem Land wirklich wünschen, ist ein Ende des inszenierten Parteientheaters, wie wir es gerade bei der Koalition erleben", sagte Wagenknecht dem Sender Phoenix.

Der Asylstreit beschäftige die Bevölkerung nicht so stark wie die Union. Viel mehr fürchteten sich die Deutschen vor "steigenden Mieten, dem wachsenden Niedriglohnsektor und Altersarmut", sagte Wagenknecht.

Quelle: n-tv.de, lri/AFP

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