Politik

Regierungskrise in Belfast London gibt Nordirland kurzen Aufschub

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Das Parlamentsgebäude in Belfast

(Foto: dpa)

Innerhalb nur eines Jahres gab es in Nordirland drei Neuwahlen. Nun drohen die Koalitionsverhandlungen erneut zu scheitern. London gibt der Provinz aber noch eine letzte Chance.

Die britische Regierung hat die Frist für eine Regierungsbildung in Nordirland um "wenige Wochen" verlängert. Es gebe nun "ein kurzes Fenster der Möglichkeiten", erklärte Nordirlandminister James Brokenshire in Belfast. Zuvor war die ursprüngliche Frist für eine Einigung der nordirischen Parteien abgelaufen.

Zuvor hatten die beiden größten Parteien Sinn Fein und Democratic Unionist Party (DUP) die Verhandlungen bereits vor Ablauf der ursprünglichen Frist für gescheitert erklärt.

Bei der jüngsten Wahl am 2. März kam die insbesondere von Katholiken unterstützte Sinn Fein bis auf einen Sitz an die DUP heran. Damit haben die probritischen Vertreter zum ersten Mal seit der Teilung der Insel 1921 keine Mehrheit mehr. Beide großen Parteien machen sich gegenseitig für die gescheitertenVerhandlungen verantwortlich.

DUP-Vizechef Nigel Dodds warf Sinn Fein vor, auf Zeit zu spielen. Das starke Abschneiden der proirischen Partei hat sie ermuntert, mit Nachdruck ein Referendum über einen Austritt aus Großbritannien und eine Vereinigung mit Irland zu fordern.

Zwar zeigen Umfragen unter den 1,8 Millionen Nordiren bislang nur eine begrenzte Zustimmung zu dem Schritt. Allerdings könnten ihn zwei Faktoren begünstigen: die demografische Entwicklung, die innerhalb einer Generation dazu führen könnte, dass die Katholiken die Mehrheit stellen. Zudem würde Nordirland nach einem Austritt Großbritanniens aus der EU durch eine Außengrenze von Irland im Süden getrennt werden. Die Nordiren und die Schotten hatte mehrheitlich gegen einen Brexit gestimmt.

Quelle: n-tv.de, bdk/rts

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