Politik

60 Prozent weniger CO2 Londons ehrgeizige Ziele

Mit einem Klimaschutzgesetz will Großbritannien sich auf langfristige Ziele bei der Verringerung von Treibhausgasen festlegen. In einer für den heutigen Dienstag geplanten Gesetzesvorlage im Parlament soll dem Vernehmen nach eine Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes bis 2050 um 60 Prozent rechtsverbindlich festgeschrieben werden. Umweltminister David Miliband lehnt eine Festlegung auf jährliche Etappenziele als unsinnig ab. Er will jedoch eine unabhängige Kommission einsetzen, die die Fortschritte der jeweiligen Regierungen bei den Bemühungen um den Klimaschutz in den kommenden Jahrzehnten unter die Lupe nimmt.

Schatzkanzler Gordon Brown kündigte am Montag an, die britische Regierung werde Glühbirnen zu einem Auslaufmodell machen. Zudem werde man die Wärmedämmung von Häusern fördern und sich in der Europäischen Union (EU) dafür einsetzen, dass Stromfresser wie etwa Stand-by-Funktion verboten würden.

Auch die Grünen-Fraktionschefin Renate Künast forderte ein Verbot von Stand-by-Schaltungen an Elektrogeräten. "Wir sollten ein Datum festlegen, von dem an keine Geräte mehr mit einer solchen Schaltung verkauft werden dürfen", sagte sie dem "Mannheimer Morgen". "Eine Stand-by-Schaltung frisst ohne Sinn und Verstand Strom, während wir gar nicht zu Hause sind." Technisch sei die Umstellung einfach machbar. "Wenn wir alle Stand-by-Schalter in Deutschland abschaffen, können wir auf den Strom von zwei Atomkraftwerken verzichten." Der Bürger spüre die Entlastung spätestens bei der nächsten Stromrechnung.

Die Staats- und Regierungschefs der EU hatten sich unter Führung von Ratspräsidentin Angela Merkel am Freitag in Brüssel auf eine Kürzung des Treibhausgas-Ausstoßes sowie auf den Ausbau der Ökoenergie verständigt. Der EU-Gipfel beschloss damit weltweit erstmals verbindliche Vorgaben für die Zeit nach Auslaufen des Klimaschutzabkommens von Kyoto 2012: Der Kohlendioxid-Ausstoß der Gemeinschaft soll bis 2020 um mindestens ein Fünftel gegenüber 1990 gesenkt werden.

Quelle: ntv.de