Politik

Kommt die nächste AfD? Lucke: Neugründung großes Thema

3qf22834.jpg5287098474482778009.jpg

Konrad Adam (l.) denkt schon laut über einen Austritt nach. Was Bernd Lucke vorhat, ist noch unklar.

(Foto: dpa)

Die Gründer der AfD haben in der nun rechtskonservativ ausgerichteten Partei kaum noch Platz. Die "Weckruf"-Initiative von Bernd Lucke will nun herausfinden, was die liberalen Mitglieder wollen - Massenaustritt nicht ausgeschlossen.

Der Vorstand des von dem AfD-Gründer Bernd Lucke ins Leben gerufenen Vereins Weckruf 2015 will seine Mitglieder befragen, wie es mit dem Parteiflügel weitergehen soll. Dies sei durch die "völlig geänderte Situation" nach dem AfD-Parteitag nötig geworden, erklärte der Verein. Die Alternative für Deutschland habe auf ihrem Bundesparteitag am vergangenen Wochenende einen "beispiellosen Schwenk nach rechts vollzogen", worüber der Weckruf 2015 "bestürzt und entsetzt" sei.

Die Mitgliederbefragung soll zwei Tage dauern. Eine genaue Fragestellung hat der aus wirtschaftsliberalen Mitgliedern bestehende Teil der Partei nicht mitgeteilt.

Neugründung ist großes Thema

Lucke selbst will in den nächsten Tagen über seinen Verbleib in der Partei entscheiden. Ob er und sein liberal-konservativer Flügel eine neue Partei gründen, ist nach seinen Angaben ein Thema, das "massiv auf uns zukommt".

Über seine Niederlage sagte Lucke, er fühle sich "befreit von einer schweren Last und enttäuscht, dass die AfD diese Richtung genommen hat". Sein Parteikollege in Straßburg, der frühere Industriepräsident Hans-Olaf Henkel, ist aus der AfD ausgetreten, der Wirtschaftsprofessor Joachim Starbatty hat seinen Austritt angekündigt.

Die sieben AfD-Abgeordneten im EU-Parlament wollen nach Angaben Luckes auch weiterhin ihre Arbeit innerhalb der Fraktion der Konservativen (ECR) fortsetzen, die von Euroskeptikern und britischen Tories dominiert wird.

Mit den Füßen abgestimmt

Lucke hatte beim AfD-Parteitag in Essen den Machtkampf um die Parteiführung gegen Frauke Petry verloren. Sie vertritt den nationalkonservativen Flügel der AfD. Luckes Anhänger hatten bereits am Wochenende angekündigt, in den kommenden Tagen über einen kollektiven Parteiaustritt zu entscheiden.

Lucke hatte den Weckruf 2015 im Mai gegründet, um seine wirtschaftsliberal orientierten Anhänger in der Partei zu sammeln und sich dem nationalkonservativen Flügel entgegenzustellen. Seine Gegner hatten Lucke daraufhin vorgeworfen, die Partei spalten zu wollen.

Der Weckruf 2015 erklärte nun, rund 1500 Mitglieder hätten nach dem ersten Tag des Parteitags mit den Füßen abgestimmt und die Versammlung verlassen. Der Verein sprach von einem "beispiellosen Massenaustritt" aus der Partei, die Anfang 2013 als Zusammenschluss wirtschaftsliberaler Eurokritiker gegründet worden war.

Quelle: ntv.de, nsc/AFP