Politik

Chronologie seit der Präsidentenwahl Machtkampf in der Elfenbeinküste

Mehr als vier Monate nach der zweiten Runde der Präsidentenwahl in der Elfenbeinküste scheint der blutige Machtkampf zwischen dem langjährigen Staatschef Laurent Gbagbo und seinem RivalenAlassane Ouattara entschieden. Die wichtigsten Ereignisse des Konflikts bis zur Festnahme Gbagbos im Überblick:

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Ein brennender Panzer liegt nach heftigen Kämpfen auf einer Straße in Abidjan.

(Foto: REUTERS)

28. November 2010: Bei der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl tritt der amtierende Präsident Gbagbo gegen seinen langjährigen Rivalen Ouattara an. Beide Lager werfen sich gegenseitig Manipulationen vor.

2. Dezember: Die Wahlkommission verkündet den Sieg Ouattaras mit 54,1 Prozent. Der Gbagbo nahestehende Verfassungsrat ficht die Ergebnisse an.

3. Dezember: Der Verfassungsrat ruft Gbagbo mit 51,4 Prozent zum Sieger aus. Die UNO erkennt den Wahlsieg Ouattaras an. Die EU, die USA und die einstige Kolonialmacht Frankreich gratulieren ihm zur Wahl.

4. Dezember: Gbagbo wird als Staatschef vereidigt und ernennt Gilbert Aké N'Gbo als Regierungschef. Auch Ouattara legt den Eid als Präsident ab und beruft Guillaume Soro zu seinem Ministerpräsidenten.

7. Dezember: Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) schließt die Elfenbeinküste vorläufig aus und ruftGbagbo zum Machtverzicht auf. Die Afrikanische Union (AU) schließt sich der Forderung an.

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Ouattara wird von Journalisten umringt. Die UNO erkennt seinen Wahlsieg an.

(Foto: picture alliance / dpa)

16. Dezember: Truppen Gbagbos belagern das Hotel in der Metropole Abidjan, das Ouattara zu seinem provisorischen Regierungssitz gemacht hat.

18. Dezember: Gbagbo fordert den Abzug der UN-Mission in der Elfenbeinküste (UNOCI) und der französischen"Einhorn"-Truppen.

24. Dezember: Die ECOWAS droht, Gbagbo mit Gewalt von der Macht zu vertreiben.

6. Januar 2011: Die USA frieren die Guthaben Gbagbos ein.

18. Januar: Die UNOCI beklagt Angriffe auf ihre Patrouillen.

19. Januar: Die UNO entsendet 2000 zusätzliche Blauhelmsoldaten.

28. Januar: Die AU setzt eine Vermittlergruppe von fünf Staatschefs ein.

17. Februar: Nach dem Abbruch der Finanzbeziehungen durch die westafrikanische Zentralbank verstaatlicht Gbagbo die Tochterfirmen mehrerer ausländischer Banken.

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Französische Soldaten patrouillieren in den Straßen von Abidjan.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

19. Februar: Erneuter Ausbruch von Gewalt in Abidjan.

7. März: Gbagbo erklärt, der Staat übernehme die Kontrolle über den Ankauf und den Export von Kakao. Er fordert die multinationalen Firmen auf, ihren zuvor erklärten Exportstopp zu beenden.

28. März: Beginn der Offensive der Truppen Ouattaras, die seit dem Ende des Bürgerkriegs im Jahr 2002 den Norden kontrollieren, auf Gbagbos Hochburgen im Süden.

29. März: Bei der Eroberung der Stadt Duékoué durch Truppen Ouattaras kommt es zu Massakern mit hunderten Toten durch Anhänger beider Lager.

30. März: Der UN-Sicherheitsrat beschließt die Resolution 1975, die den UNOCI-Soldaten den Einsatz "aller Mittel" zum "Schutz von Zivilisten" erlaubt.

31. März: Ouattaras Kämpfer dringen in Abidjan ein. Die Truppen der rivalisierenden Lager liefern sich heftige Straßenkämpfe.

4. April: UNOCI- und "Einhorn"-Truppen greifen erstmals in den Konflikt ein. Hubschrauber beschießen den Präsidentenpalast, die Residenz und mehrere Militärlager Gbagbos in Abidjan.

5. April: Ouattaras Truppen greifen die Residenz Gbagbos an, in der dieser sich in einem Bunker verschanzt hält. Sein Militärchef erklärt eine Waffenruhe.

6. April: Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs kündigt Ermittlungen zu den Massakern an.

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Am 11. April wird Gbagbo festgenommen.

(Foto: picture alliance / dpa)

7. April: Ouattara erklärt das Gebiet rund um Gbagbos Residenz zum Sperrgebiet und verkündet dessen Belagerung.

10. April: Gbagbos Getreue starten einen letzten Angriff auf Ouattaras Hotel und beschießen es mit Mörsern. "Einhorn"- und UNOCI-Hubschrauber beschießen daraufhin Gbagbos Residenz und zerstören sie zu großen Teilen.

11. April: Der französische Botschafter verkündet die Festnahme Gbagbos. Er wird zu Ouattaras Hotel gebracht und seinem Widersacher übergeben.

Quelle: n-tv.de, AFP

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