Politik

Parteiübergreifend beliebt Malu Dreyer - die Vierte im Bund

Seit mehr als zehn Jahren ist Malu Dreyer Gesundheitsministerin in Rheinland-Pfalz. Sie wird auch von politischen Konkurrenten geschätzt. Nun beerbt sie Ministerpräsident Kurt Beck. Mit ihrem Amtsantritt ist ein Viertel der Ministerpräsidenten in Deutschland weiblich.

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Malu Dreyer steht vor allem füt Gerechtigkeit.

(Foto: dpa)

Nach Hannelore Kraft (SPD) in Nordrhein-Westfalen, Annegret Kramp-Karrenbauer im Saarland und Christine Lieberknecht (beide CDU) soll Malu Dreyer (SPD) die vierte amtierende Ministerpräsidentin in Deutschland werden. Die rheinland-pfälzische Sozialministerin ist in Partei und Land beliebt. Oft ist dabei von ihrem gewinnenden Wesen die Rede. Attribute wie Teamgeist und Leidenschaft fallen gerne, wenn Dreyer und ihre Arbeitsweise charakterisiert werden sollen.

Vorgezeichnet war eine steile politische Karriere allerdings keineswegs. "Ich bin eigentlich eine sogenannte Quereinsteigerin", sagte die 51-Jährige einmal über sich. Der lange Weg durch die Partei, von den Jusos in die hohen Ämter, das war ihre Sache nicht. Dreyer, die in Neustadt an der Weinstraße als Tochter eines Schuldirektors und einer Erzieherin geboren wurde, war im Vergleich zu anderen Politikern schon ein Spätzünderin, als sie 1995 mit 34 Jahren in die SPD eintrat.

Beck und Dreyer, so wirkt es zumindest nach außen, eint der Sinn für Gerechtigkeit. An Beck fasziniere sie besonders, "dass er einen Urinstinkt für Gerechtigkeit hat", beschrieb Dreyer den Landesvater im vergangenen Jahr. "Er ist ein Mensch, dem muss man nicht viel referieren zu diesem Thema." Dreyer selbst schreibt sich ebenfalls das Thema Gerechtigkeit auf die politische Fahne. Schon vor ihrer Parteikarriere habe sie sich engagiert, erzählte sie einmal. "Vor allem für Gerechtigkeit, Solidarität, für Teilhabe."

Von der Bürgermeisterin zur Ministerpräsidentin

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Dreyer und Beck in Koblenz.

(Foto: dapd)

Das Feld der Sozialpolitik beackerte Dreyer, die mit ihrem Mann und dessen drei Kindern in Trier lebt, von Beginn ihrer politischen Tätigkeit an: Als Bürgermeisterin von Bad Kreuznach war sie in den 90ern auch für Soziales und Jugend verantwortlich. Seit 1997 arbeitete sie als Mainzer Sozialdezernentin, schließlich seit nunmehr zehn Jahren als Sozialministerin unter Ministerpräsident Kurt Beck.

Zudem engagiert sie sich als Schirmherrin im rheinland-pfälzischen Landesverband der Deutschen Multiple-Sklerose-Gesellschaft. Nicht von ungefähr hat Dreyer dieses Amt übernommen. Seit gut eineinhalb Jahrzehnten ist sie selbst an Multiple Sklerose erkrankt. Abgesehen von Bewegungseinschränkungen behindere die Erkrankung ihre Arbeit "in keiner Weise", stellte Dreyer klar.

Nun wartet noch mehr Arbeit und Verantwortung auf sie, wenn sie die Nachfolge Becks antreten wird. Für die SPD könnte diese Entscheidung auch ein geschickter Schachzug für die nächste Landtagswahl im Jahr 2016 sein. Ihre Herausforderin dürfte dann CDU-Landeschefin Julia Klöckner sein, die Beck in den vergangenen Wochen vor allem wegen der Pleite am Nürburgring heftig attackiert hatte. Im Wettstreit mit Dreyer dürfte sich die Ausgangslage wieder verändern. Dreyer hat nun zudem die Chance, sich in den kommenden Jahren einen Amtsbonus zu erarbeiten.

Quelle: n-tv.de, dpa

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