Politik

Agrarwende nur Attrappe Massenhaft Tierfabriken

Der Trend zur Massentierhaltung ist nach einer Studie des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) trotz der von Rot-Grün verkündeten Agrarwende ungebrochen. „Es gibt noch keine Abkehr von der Massentierhaltung, Kanzlerwort hin oder her“, sagte die BUND-Vorsitzende Angelika Zahrnt am Dienstag in Berlin bei der Präsentation der Untersuchung.

Sie forderte einen „Ausstieg aus der industriellen Tierproduktion“ und ein Ende der „Agrarfabriken“. Dafür sei eine konsequente Weiterführung der Agrarwende unabdingbar. Vor allem in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen liegen laut BUND Pläne zur Massentierhaltung vor.

Die Studie untersuchte Anträge für Tierplätze, die Behörden in acht Bundesländern im Jahr 2001 für Schweine und Mastgeflügel vorlagen. Sie nennt keine absoluten Zahlen oder zahlenmäßige Veränderungen zu tatsächlich in Massenhaltung lebenden Nutztieren. Nicht alle Anträge wurden vor dem Ende der Studie durch die Behörden zugänglich gemacht. Die Werte sind nicht repräsentativ.

Die vorliegenden Anträge für Tierplätze bezogen sich laut der Studie bei Masthähnchen zu 99 Prozent auf Anlagen mit mehr als 30.000 Tieren, bei Enten waren es 80 Prozent. Auf Basis der beantragten Plätze würden dann also vier von fünf Enten mit über 30.000 ihrer Artgenossen zusammengepfercht. Bei 92 Prozent der Anträge für Legehennen und 61 Prozent der Anträge für Puten waren Anlagen mit mehr als 15.000 Tieren betroffen. Bei Schweinen bezogen sich 57 Prozent der Anträge auf Großstallungen ab 750 Tiere aufwärts.

Die Studie kommt zu dem Schluss: „Diese Zahlen belegen eindrucksvoll, dass die reale Entwicklung nicht im mindesten der vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft verkündeten „Agrarwende“ entspricht.“ Zahrnt forderte Bundesagrarministerin Renate Künast (Grüne) dazu auf, es nicht bei ersten Schritten wie dem Verbot der Käfighaltung für Legehennen zu belassen. Bei den Genehmigungs- und Subventionsanträgen für Stallbauten müsse die artgerechte Tierhaltung stärker als bisher berücksichtigt werden.

Quelle: ntv.de