Politik

Meist Frauen aus Westdeutschland Mehr Eltern beziehen Betreuungsgeld

Das Betreuungsgeld wird beliebter unter Eltern von Kleinkindern. Doch ein Blick in die Statistik zeigt, dass die umstrittene Leistung nur im Westen ein Renner ist. Noch stärker als das Elterngeld scheint sie außerdem eine reine Frauenangelegenheit zu bleiben.

Die Zahl der Bezieher von Betreuungsgeld hat sich im zweiten Quartal dieses Jahres deutlich erhöht. Für die Monate April bis Juni seien 224.000 laufende Bezüge von Betreuungsgeld gemeldet worden, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Dies waren demnach 78.600 mehr als im ersten Quartal 2014.

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95 Prozent der Bezieher von Betreuungsgeld sind Frauen. Die meisten leben in Westdeutschland.

(Foto: dpa)

Das Betreuungsgeld war zum 1. August 2013 eingeführt worden. Eltern, die für ihr Kind im zweiten und dritten Lebensjahr keine öffentlich geförderte Betreuung in Anspruch nehmen, bekamen zunächst 100 Euro Betreuungsgeld pro Monat, seit Anfang dieses Monats sind es 150 Euro. Die auf Druck der CSU eingeführte Leistung ist allerdings äußerst umstritten. Eine Studie hatte ergeben, dass das Betreuungsgeld insbesondere von Familien mit Eltern ohne Bildungsabschluss oder nur einem Hauptschulabschuss in Anspruch genommen wird.

Der aktuellen Statistik aus Wiesbaden zufolge wird das Betreuungsgeld fast ausschließlich von Müttern bezogen, ihr Anteil liegt bei rund 95 Prozent. Regional gibt es starke Unterschiede bei der Bezugsdauer. Die meisten Leistungsbezieher leben in Westdeutschland, nur rund 7,9 Prozent im Osten der Republik. Zudem nutzen Eltern in Ostdeutschland das Betreuungsgeld laut Statistik deutlich kürzer - etwa 78 Prozent der Familien im Westen stellten einen Antrag für den vollen Zeitraum von 22 Monaten. Im Osten sind es nur 40 Prozent. Betreuungsgeld kann beantragen, wer sein Kind unter drei Jahren nicht in eine Kita oder zu einer Tagesmutter gibt.

Quelle: ntv.de, nsc/AFP/dpa