Politik

Es wird immer gruseliger Menschenasche in der Asse

In dem Atommüll-Endlager in Niedersachsen erhöht sich die Menge eindringender Salzlauge überraschend deutlich. Experten meinen: Kein Problem. Jetzt soll auch noch menschliche Asche als Sondermüll in der Asse lagern.

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Untersuchung mit einem Konterminationsmessgerät.

(Foto: AP)

Bei einer aktuellen Messung wurde an der Hauptzutrittsstelle ein Anstieg von rund zehn Prozent auf 11,4 Kubikmeter innerhalb von 24 Stunden festgestellt. Das teilte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter mit.

"Nach derzeitiger Einschätzung hat die Erhöhung keine sicherheitstechnischen Auswirkungen", erklärte ein BfS-Sprecher. Schwankungen von Zuflüssen könnten immer wieder auftreten. Eine ähnliche Menge habe der frühere Betreiber auch schon 2003 gemessen. Experten des Landesbergamtes würden die neuen Zutritte jetzt genau untersuchen, hieß es ergänzend aus dem niedersächsischen Umweltministerium.

Noch stärkere Zuflüsse beherrschbar

In das ehemalige Salzbergwerk, in dem nach offiziellen Angaben 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen lagern, sickern seit 1988 täglich an zwei Stellen insgesamt zwölf Kubikmeter - entsprechend 12.000 Litern - salzhaltiges Wasser ein. Die Herkunft und Ursachen der Zutritte sind unbekannt. Laut BfS-Präsident Wolfram König ist aber ein Zufluss von täglich 500 Kubikmetern noch beherrschbar, ohne die derzeitige Standsicherheit der Asse zu gefährden.

Menschliche Asche als Sondermüll

Nach Presseberichten soll auch Asche von menschlichen Leichenteilen in der Asse lagern. Die Asche soll von zwei Schlossermeistern stammen, die im November 1975 bei einem Unfall im Atomkraftwerk in Gundremmingen in Bayern tödliche Verbrühungen erlitten hatten. Leichenteile seien damals auf Radioaktivität überprüft und im Kernforschungszentrum Karlsruhe verbrannt worden. Die Asche aus dieser Anlage soll dann in die Asse gekommen sein, berichten die "Braunschweiger Zeitung" und "Stern".

Grünen-Fraktionschefin und Spitzenkandidatin Renate Künast zeigte sich fassungslos. "Ich traue dem atomaren Filz in unserem Land einiges zu, aber das übersteigt meine Vorstellungskraft", erklärte sie in Berlin und forderte "schonungslose Aufklärung".

Der BfS-Sprecher sagte: "Wir gehen der Sache nach."

Quelle: ntv.de, rts/dpa

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