Politik

RTL/ntv-TrendbarometerMerz stößt auf große Skepsis, die AfD stagniert

10.02.2026, 14:12 Uhr
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Das neue Trendbarometer von RTL und ntv zeigt wenig Ermutigendes für die Regierungskoalition. Für die Opposition allerdings auch nicht. Zwei Parteien dürfen sich an ihrem fortgesetzten Höhenflug erfreuen.

Fast scheint es so, als warteten die Wählerinnen und Wähler in Deutschland ab. Als ließen sie die Politik erstmal machen, als wollten sie erst einmal schauen, was Merz und Co in diesem Jahr noch so hinkriegen. Das Scharmützel nach den Vorschlägen für Mehrarbeit, Teilzeit und Zahnersatz hat jedenfalls keine Schneise ins Trendbarometer von RTL und ntv geschlagen. Im Gegenteil, die Debatte scheint einfach verpufft zu sein: Weder leiden CDU und CSU, noch profitiert die SPD.

Die Werte im Einzelnen: CDU/CSU: 26 Prozent (Bundestagswahl 28,5 Prozent), AfD: 24 Prozent (20,8 Prozent), SPD: 14 Prozent (16,4 Prozent), Grüne: 13 Prozent (11,6 Prozent), Linke: 11 Prozent (8,4 Prozent), FDP: 3 Prozent (4,3 Prozent), BSW: 3 Prozent (4,987 Prozent), Sonstige 6 Prozent (4,6 Prozent).

Größtes Interesse an USA und Ukraine

Die Werte gleichen denen der vergangenen Woche, lediglich die Grünen legen einen Punkt zu, die Sonstigen verlieren einen. Nach Ursachen dafür zu fahnden, wäre müßig: Die Fehlertoleranz der von Forsa erstellten Umfrage beträgt 2,5 Prozentpunkte. Festzuhalten bleibt aber: AfD und Linke bewegen sich selbst im Vergleich zu ihren starken Ergebnissen bei der Bundestagswahl auf einem Hochplateau des Wählerzuspruchs.

Es könnte einen Grund haben, dass die Werte der Parteien still stehen: In der vergangenen Woche interessierten sich die Befragten vor allem für andere Länder - für die Lage in den USA, die 33 Prozent als wichtigstes Thema nannten und für den Krieg in der Ukraine (29 Prozent). Die Bundesregierung nannten dagegen nur 21 Prozent.

Bei den Kompetenzwerten hat sich ebenfalls nur minimal etwas bewegt. SPD und AfD verlieren je einen Punkt, die Grünen gewinnen einen. Nur sechs Prozent der Befragten meinen, die Sozialdemokraten seien am besten in der Lage, die Probleme Deutschlands zu lösen. Die Grünen stehen nun ebenfalls bei sechs Punkten, die AfD bei 10.

Hier ist ein langfristiger Trend zu sehen: Im Oktober und November erreichte die Weidel-Partei noch 14 Punkte. Seitdem sind die Werte im Sinkflug. CDU und CSU erleben dagegen seit Jahresbeginn einen Mini-Aufschwung. Seit drei Wochen haben 19 Prozent das größte Vertrauen in die Unionsparteien. Am Jahresbeginn waren es nur 16 - im vergangenen Sommer aber schon einmal 27.

Wirtschaftserwartungen hellen sich etwas auf

Derweil dümpelt die Zufriedenheit mit Kanzler Friedrich Merz am unteren Ende der Fahnenstange herum, so wie seit Monaten. Nur 24 Prozent heben den Daumen, wenn sie nach seiner Performance gefragt werden - ein Punkt weniger als vergangene Woche. 76 Prozent winken ab.

Die Stagnation der Werte dürfte auch mit den weiterhin mauen Wirtschaftserwartungen zusammenhängen. Immerhin 27 Prozent der Befragten nennen die ökonomische Lage als wichtigstes Thema der Woche. Die Stimmung hellte sich zwar minimal auf, bleibt aber trüb.

Nach 20 Prozent in der Vorwoche gehen nun 22 Prozent von einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage aus. Anfang Januar waren es noch 18 gewesen. Ob das mehr als eine Momentaufnahme ist, muss sich erst noch zeigen. 54 Prozent erwarten eine Verschlechterung (minus 2 zur Vorwoche), 22 Prozent erwarten, ein gleichbleibendes Niveau. Optimismus sieht anders aus.

Für das Trendbarometer befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa 2503 Menschen in Deutschland. Die Umfrage wurde zwischen dem 3. und dem 9. Februar 2026 durchgeführt. Die Fehlertoleranz beträgt 2,5 Prozentpunkte.

Weitere Informationen zu Forsa hier.

Forsa-Umfragen im Auftrag von RTL Deutschland.

Quelle: ntv.de, vpe

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