Politik

Flugzeugabsturz in Mexiko-Stadt Mexikos Innenminister getötet

Der mexikanische Innenminister Juan Camilo Mourio und weitere enge Mitarbeiter des mexikanischen Präsidenten Felipe Caldern sind bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Bei dem Unglück am Dienstagabend starben nach Regierungsangaben alle neun Insassen eines Regierungsjets.

In ersten Berichten war zuvor von acht Toten in dem Flugzeug die Rede gewesen. Das Flugzeug stürzte beim Anflug auf den Flughafen von Mexiko-Stadt in den zentral gelegenen Chapultepec-Park. Das Flugzeug kollidierte mit fahrenden Autos, am Boden starben vier weitere Menschen. Rund 40 Menschen, meist Auto-Insassen, wurden mit zum Teil schweren Verletzungen in Krankenhäuser gebracht. Unter den Opfern ist auch Luis Santiago, ein Berater des Präsidenten in Sicherheitsfragen.

Notlandung im Park

Verkehrsminister Luis Tellez teilte mit, der Kontrollturm des Flughafens habe zuletzt Kontakt zu der Maschine gesucht, als sich diese in rund 300 Metern Höhe mitten über der riesigen Metropole befand. Wenige Sekunden später schlug das Kleinflugzeug in dem Park auf, der hier von den wichtigsten Verkehrsadern der Metropole durchschnitten wird. Der Minister ging von einem Unfall aus. Es gebe keine Hinweise auf ein Attentat.

Der Pilot hatte offenbar versucht, die defekte Maschine auf einer der Straßen zu landen. Dabei prallte das Regierungsflugzeug mit mehreren Fahrzeugen zusammen. Es kam nach Augenzeugenberichten zu einigen Explosionen. Dutzende von Autos gingen in Flammen auf und brannten zum Teil völlig aus. Nach dem Unfall kam es im Zentrum der Metropole zu einem Verkehrschaos. Einige der Verletzten, die meist schwere Verbrennungen erlitten, schwebten in Lebensgefahr.

Rechte Hand des Präsidenten

In einer ersten Reaktion brachte Präsident Caldern seinen "außerordentlichen Schmerz" zum Ausdruck. Auf dem Flughafen sagte er vor der Presse, er habe mit seinem Freund und Mitarbeiter Mourio von einem besseren Mexiko geträumt und dafür gekämpft. Er versprach, weiter für dieses Ideal zu kämpfen.

Er habe einen seiner engsten Mitarbeiter und einen seiner besten Freunde verloren, sagte Caldern auf einer Konferenz am Flughafen der mexikanischen Hauptstadt. Er kündigte Untersuchungen seiner Regierung an, um die "Hintergründe dieser Tragödie im Detail" zu klären.

Der Tod des jungen Innenministers ist ein schwerer Schlag für die Regierung. Der 37 Jahre alte Mourio galt als rechte Hand des Präsidenten. Caldern hatte ihn im Januar dieses Jahres zum Innenminister ernannt, um vor allem die ausufernde Kriminalität und das organisierte Verbrechen in Mexiko wirkungsvoll zu bekämpfen.

Rückflug von Sicherheitskonferenz

Der Innenminister war auf dem Rückflug aus dem Bundesstaat San Luis Potosi im Zentrum des Landes, wo Mourino der Unterzeichnung eines Sicherheitsabkommens beiwohnte. Der 37-Jährige war innerhalb der Regierung für den Kampf gegen die organisierte Kriminalität verantwortlich. Auch der oberste Drogenbeauftragte Mexikos, Jose Luis Vasconcelos, war an Bord der Maschine.

Quelle: ntv.de