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"Beispiellose Hungersnot" Millionen Jemeniten sind in Lebensgefahr

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Angehörige tragen ein verhungertes siebenjähriges Mädchen in der Hafenstadt Hodeida zu Grabe.

(Foto: REUTERS)

Nach zwei Jahren Krieg haben zwei Drittel der Menschen im Jemen fast nichts zu essen. Sieben Millionen brauchen sofort Hilfe. Der letzte Hafen könnte zerstört werden. Der norwegische Flüchtlingsrat richtet einen selten dramatischen Appell an die Welt.

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Nach seinem Besuch im Jemen hat der Vorsitzende des Norwegischen Flüchtlingsrates, Jan Egeland, ein verheerendes Bild von der Lage in dem Bürgerkriegsland gezeichnet. "Nirgendwo auf der Welt sind so viele Menschenleben in Gefahr", sagte Egeland in einer Mitteilung. Der Konflikt sei ein "gigantisches Versagen" der internationalen Diplomatie. "Die Welt lässt sieben Millionen Männer, Frauen und Kinder langsam aber sicher in einer beispiellosen Hungersnot versinken." Die verhinderbare Katastrophe sei komplett vom Menschen zu verantworten.

Der Konflikt zwischen der international anerkannten Regierung des Jemen und den schiitischen Huthi-Rebellen, die weite Teile vor allem im Norden des bitterarmen Landes kontrollieren, eskalierte vor zwei Jahren mit dem Eintritt einer saudisch geführten Militärkoalition. Bombardements dieses Bündnisses auf die Huthis trafen nicht nur immer wieder auch viele Zivilisten, sondern zerstörten teilweise auch die Infrastruktur des Landes. Die Koalition kontrolliert und begrenzt auch den Zugang in den Jemen stark.

Es sei nicht einmal sicher, ob die humanitäre Lebensader über den Hafen von Hudaida am Roten Meer offen bleibe, so Egeland. "Die saudisch geführte Koalition, vom Westen unterstützt, hat damit gedroht, den Hafen zu zerstören." Er appellierte an die beteiligten Mächte und den Westen, die Kämpfe zu beenden und Hilfe für 19 Millionen Menschen bereitzustellen. Von der Hilfe des Welternährungsprogramms in diesem Monat könnten lediglich drei Millionen Menschen versorgt werden.

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Quelle: n-tv.de, nsc/dpa

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