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Kassen-Betrug? Mit Falschdiagnosen zu mehr Geld

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Das Bundesversicherungsamt (BVA) will verstärkt gegen Betrügereien durch Krankenkassen mit Patientendiagnosen vorgehen. Wie das Bielefelder "Westfalen-Blatt" unter Berufung auf die Behörde berichtet, sollen Krankenkassen Ärzte aufgefordert haben, Diagnosen zu fälschen, um Extrazahlungen aus dem Gesundheitsfonds kassieren zu können.

Betroffene Mediziner hätten den Kassenärztlichen Vereinigungen und dem BVA gemeldet, dass sie von einzelnen Krankenkassen gedrängt würden, Diagnosen von Patienten noch einmal zu überprüfen: Diese Patienten sollten anders eingestuft werden, damit die Krankenkassen zusätzliches Geld erhielten. Der sogenannte morbiditätsorientiere Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) sieht 80 Krankheiten vor, bei denen die Kassen mehr Geld bekommen.

Das BVA war vor der Sommerpause durch eine Gesetzesänderung mit der bundesweiten Prüfung solcher Vorwürfe beauftragt worden. Nach Angaben der Behörde wurden drei Fälle bekannt, in denen Krankenkassen auf Ärzte Einfluss nehmen wollten. Es handle sich um die AOK Niedersachsen, die BKK Salzgitter und die Deutsche BKK, sagte der BVA-Sprecher Theo Eberenz. Auch in Baden-Württemberg habe es nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ähnliche Fälle gegeben. Außerdem seien im Hinblick auf den Hausarztvertrag, den die AOK Bayern mit dem Hausärzteverband abgeschlossen hat, Vorwürfe laut geworden, über diesen Vertrag "Ärzte zu ködern, um die Diagnosen zu korrigieren".

Quelle: n-tv.de, dpa

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