Politik

Ukraine stellt Abweichungen festMit Nordkoreas an Russland gelieferten Raketen soll "etwas nicht stimmen"

11.08.2026, 21:08 Uhr
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Sieben Menschen sind laut ukrainischen Behörden beim jüngsten russischen Angriff mit Raketen aus Nordkorea auf Saporischschja gestorben. (Foto: Staatlicher Notfalldienst der Ukraine )

Nach einer Lieferung aus Nordkorea setzt Russland wieder verstärkt ballistische Raketen aus dem Land ein. Diese sollen seit ihrem letzten Einsatz modernisiert worden sein, um sie präziser zu machen. Einem Experten zufolge werden aber weiterhin starke Abweichungen festgestellt.

Laut Angaben aus der Ukraine sind die Raketen, die Russland jüngst aus Nordkorea erhalten hat, unpräzise. Die Abweichungen sollen mehrere Hundert Meter oder gar einen Kilometer betragen können. Es geht dabei um ballistische Raketen vom Typ KN-23 und KN-24. Diese hatten zuletzt bereits für Todesopfer gesorgt.

Der Militärexperte und Major der ukrainischen Reserve, Oleksij Hetman, sagte laut der Nachrichtenagentur Unian im Radio NV: "Die nordkoreanischen ballistischen Raketen KN-23/KN-24 können laut ihren technischen Eigenschaften etwa 200 Meter vom Ziel abweichen. Das bedeutet, dass diese Raketen nicht hochpräzise sind."

Die Raketentypen seien bereits vor einem Jahr eingesetzt worden. "Damals war überhaupt nicht klar, wohin sie fliegen. Danach gab es eine Pause", so Hetman laut Unian. Die KN-23 und KN-24, die Nordkorea jetzt an Russland übergeben habe - laut Geheimdienstinformationen 120 Stück - seien offenbar einer Art Modernisierung unterzogen worden. Allerdings: "Nach dem zu urteilen, was wir jetzt an Abweichungen sehen, ist die Modernisierung nicht besonders erfolgreich gewesen."

Bei einer Abweichung von einem Kilometer stimme höchstwahrscheinlich etwas mit der Rakete nicht, so Hetman. "Und sie versuchen aller Voraussicht nach, herauszufinden, was genau nicht funktioniert und wie sie es verbessern können."

Bis zu 200 Raketen bei Großangriffen?

Der Chef der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, teilte kürzlich auf Telegram mit, Russland wolle bei Großangriffen bis zu 200 ballistische Raketen und Marschflugkörper einsetzen. Die bisherige Höchstzahl liegt bei 77. Laut Hetman benötigt Russland die Hilfe aus Nordkorea, weil die eigene Rüstungsindustrie solch große Mengen nicht selbst herstellen könne.

Ein Angriff mit bis zu 200 ballistischen Raketen und Marschflugkörpern könne höchstens einmal im Monat erfolgen, so der Militärexperte weiter. Derzeit werde beispielsweise die Produktion der sehr häufig verwendeten ballistischen Iskander-M-Raketen auf 70 bis 80 pro Monat geschätzt. "In ihren Lagern und Reserven befinden sich zudem nicht mehr als etwa 150 solcher Raketen."

Hetman zufolge hat Russland die Produktion des Marschflugkörpers Ch-32 und der Kinschal-Hyperschallrakete eingestellt, um dadurch frei gewordene Mittel in die Produktion der Iskander-M zu stecken. Die Produktion ballistischer Raketen sei um 10 bis 15 Prozent gesteigert worden.

In der Ukraine hatte es bei Angriffen zuletzt immer wieder viele Tote gegeben. Russlands ballistische Raketen sind eine der größten Schwachstellen des Landes, weil es einen massiven Mangel an Patriot-Flugabwehrraketen gibt.

Quelle: ntv.de, rog

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