Politik

Gefährliche Neuentwicklung Selenskyj: Russen feuerten nordkoreanische Raketen auf Saporischschja

11.08.2026, 11:09 Uhr
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Hauptziel der russischen Angriffe war in der vergangenen Nacht die Regionalhauptstadt Saporischschja, die vor Kriegsbeginn mehr als 700.000 Einwohner hatte. (Foto: REUTERS)

Nordkorea ist ein enger Verbündeter Russlands. Nach ukrainischen Angaben unterstützt Pjöngjang Moskau mit Soldaten sowie mit Waffen. Präsident Selenskyj sieht darin eine gefährliche Entwicklung - nicht nur für sein Land.

Russland setzt nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nun auch nordkoreanische Raketen gegen die Ukraine ein. Die Regionalhauptstadt Saporischschja im Süden des Landes wurde demnach zudem mit Marschflugkörpern des Typs Zirkon sowie Gleitbomben angegriffen. Bislang seien nach der "bösartigen" Attacke auf Saporischschja 6 Tote und 19 Verletzte bekannt, teilte das Staatsoberhaupt am Morgen in sozialen Netzwerken mit.

Auch weitere Großstädte seien in der Nacht von Russland angegriffen worden, fügte Selenskyj hinzu. In der Hauptstadt Kiew habe eine Rakete ein Krankenhausgebäude sowie Geschäfte beschädigt, in Cherson und Charkiw sei es nach Angriffen auf Umspannwerke zu Stromausfällen gekommen. Dem Gouverneur der Region Saporischschja, Iwan Fedorow, zufolge wurden darüber hinaus die Regionen Donezk, Dnipropetrowsk und Mykolajiw angegriffen. 

Der Einsatz nordkoreanischer Waffen, die russischen Vorbereitungen auf eine Mobilmachung und die vermehrte Produktion ballistischer Raketen zeigten, dass Russland keinen Frieden anstrebe, mahnte Selenskyj in sozialen Netzwerken. "Die Welt muss jetzt reagieren, statt abzuwarten. Mehr Sanktionsdruck speziell auf Unternehmen, die Russlands Krieg unterstützen, mehr Hilfe für die Luftabwehr der Ukraine - all das ist notwendig, um dem Frieden eine Chance zu geben."

Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe verwendeten die russischen Streitkräfte in der Nacht neben den Raketen auch 120 Kampfdrohnen. 98 Drohnen seien abgeschossen oder durch elektronische Flugabwehr zum Absturz gebracht worden. Einschläge habe es an 21 Orten in der Ukraine gegeben. Auch herabstürzende Trümmer abgewehrter Drohnen können allerdings verheerende Schäden verursachen.

Selenskyjs Mitteilung folgt kurz auf die Nachricht, dass Russland sich auf die Stationierung weiterer Soldaten aus Nordkorea auf seinem Staatsgebiet vorbereitet. "Das ist das erste Mal, dass sie den Krieg ohne die Unterstützung aus Nordkorea gar nicht mehr weiterführen können", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Russland habe außerdem Raketen aus Nordkorea erhalten, meldete er. Dies sei auch bedrohlich, weil Pjöngjang seine Waffen durch die Zusammenarbeit mit dem Kreml weiterentwickeln könne. Dies könnte besonders für Südkorea, Japan und andere Länder in der Region zur Gefahr werden.

Die Ukraine ist russischen Raketenangriffen weitgehend schutzlos ausgeliefert. Kiew bittet seine Partner daher seit Monaten um die Lieferung weiterer Abwehrraketen des Typs Patriot, um mehr Raketen abschießen zu können. Das Anliegen Kiews hat an Dringlichkeit gewonnen, weil Russland vermehrt Raketen und Marschflugkörper einsetzt.

So feuerte das russische Militär nach ukrainischen Angaben im vergangenen Monat insgesamt 376 Raketen und Marschflugkörper auf sein Nachbarland ab. Im Juni hatte die ukrainische Luftwaffe noch 180 Flugkörper aus diesen beiden Kategorien erfasst, im Mai waren es insgesamt 211. Im zurückliegenden Monat verging kaum eine Nacht, ohne dass die Russen Raketen oder Marschflugkörper auf die Ukraine abschossen. Lediglich bei den langsamer fliegenden Marschflugkörpern liegt die Abschussrate oft hoch.

Quelle: ntv.de, lar

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