Politik
Freitag, 03. September 2010

Minarette abschießen: "Moschee-Baba" verboten

Österreich hat das umstrittene Minarett-Abschießspiel auf der Homepage der Rechtspartei FPÖ verboten. Man habe eine einstweilige Verfügung beim Straflandesgericht Graz wegen des dringenden Verdachts der Verhetzung und Herabwürdigung religiöser Lehren beantragt und erreicht, bestätigte die Staatsanwaltschaft Graz. Zudem laufe auch ein Antrag auf Aufhebung der politischen Immunität des dafür verantwortlichen steirischen FPÖ-Chefs und Nationalratsabgeordneten Gerhard Kurzmann.

"Aufgrund der politischen Einflussnahme unserer Gegner wurde dieses Spiel durch die österreichische Justiz verboten", hieß es auf der Seite, auf der man bisher per Mausklick den Islam bekämpfen konnte. Das als Provokation vor den steirischen Landtagswahlen am 26. September eingesetzte Videospiel "Moschee-Baba" (Moschee-Tschüss) hatte seit seiner Veröffentlichung Anfang der Woche landesweit für Empörung gesorgt.

Das Spiel funktionierte wie das bekannte Internet-Jagdspiel "Moorhuhn". Vor einer Alpenkulisse bewegte der Spieler ein Stopp-Schild und konnte per Mausklick aufsteigende Minarette, Moscheen oder laut rufende Muezzine treffen und so Punkte sammeln. Das Spiel stammt von derselben Firma, die auch schon die Kampagne für das Minarettverbot in der Schweiz gestaltete.

Alle Parteien und die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGIÖ) hatten entsetzt reagiert. "Das ist Religions- und Fremdenfeindlichkeit sondergleichen", sagte IGGIÖ-Präsident Anas Schakfeh. Die FPÖ wies die Kritik, ein Islam-Schießspiel kreiert zu haben, zurück. Es werde nicht geschossen, sondern nur eine Stopp-Taste gedrückt. Damit solle eine "politische Fehlentwicklung" abgestellt werden.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de