Politik

"Séance zur Gehirnwäsche" Moskau: NATO festigt ihren antirussischen Kurs

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Außenamtssprecherin Sacharowa keilte gegen den Westen.

(Foto: IMAGO/ITAR-TASS)

Die NATO stärkt massiv die Präsenz an ihren Außengrenzen Europas. Die Antwort aus Russland lässt nicht lange auf sich warten. Die Aktion sei gefährlich und destabilisierend. Zugleich erneuerte Russland seinen Vorwurf, in der Ukraine gebe es geheime US-Biowaffen-Labore.

Russland hat den Aufbau von vier weiteren multinationalen Gefechtsverbänden der NATO scharf kritisiert. "Jedes Argument ist recht, um den gefährlichen und destabilisierenden Kräfteaufbau an der 'Ostflanke' zu rechtfertigen", sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, einer Mitteilung zufolge. "Die Militarisierung Europas gewinnt dank der Bemühungen des Bündnisses an Fahrt." Die NATO festige ihren antirussischen Kurs, sagte Sacharowa. Indem die Allianz der Ukraine weitere Rüstungsgüter zusage, "bestätigt das Bündnis sein Interesse an einer Fortsetzung der Feindseligkeiten".

Die NATO hatte als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ihre Verteidigungspläne aktiviert, Elemente der Nato-Reaktionskräfte verlegt und an der Ostflanke 40.000 Soldaten sowie Luft- und Seefähigkeiten dem direkten Kommando der NATO unterstellt. Derzeit werden zudem kurzfristig vier zusätzliche multinationale Gefechtsverbände in Bulgarien, Rumänien, der Slowakei und Ungarn eingerichtet.

Sacharowa warf der NATO vor, sie folge willenlos dem Kurs der USA, die Russland vollständig eindämmen wollten. Antirussische Hysterie werde geschürt, um die Kosten für Waffenkäufe zu erhöhen, von denen wiederum vor allem die USA finanziell profitierten. Zudem decke die NATO die geheimen Forschungen der Amerikaner an biologischen und chemischen Waffen und beschuldige Russland zu Unrecht seinerseits, Provokationen mit ABC-Waffen zu planen. Das russische Verteidigungsministerium veröffentlichte einen weiteren Bericht zu mutmaßlich "geheimen Laboren" der USA in der Ukraine - für Experimente mit lebensbedrohlichen Krankheitserregern.

Der Sondergipfel in Brüssel sei nichts anderes als eine "Séance zur eigenen Gehirnwäsche" gewesen, sagte die Ministeriumssprecherin. Die USA könnten es nicht ertragen, dass Russland ein Land sei, das selbstständig souveräne Entscheidungen treffen und eine unabhängige Politik betreiben könne.

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Zuvor hatte Sacharowa bereits die neuen US-Sanktionen kritisiert. "Der Russland erklärte Wirtschaftskrieg droht, die bilateralen Beziehungen vollständig zusammenbrechen zu lassen", sagte sie der Agentur Interfax zufolge. "Das ist natürlich nicht in unserem Interesse, weil wir davon ausgehen, dass diplomatische Beziehungen den nationalen Interessen dienen sollen, den Interessen der Völker (...)."

Es gebe aber wohl noch eine Chance, Einigungen zu erzielen, fügte Sacharowa hinzu. Die US-Regierung hatte zuvor wegen des Ukraine-Kriegs neue Sanktionen gegen Hunderte Abgeordnete des russischen Parlaments und gegen weitere Mitglieder der russischen Elite verkündet. Außerdem sollen russische Rüstungsunternehmen auf die Sanktionsliste gesetzt werden.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa

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