Politik

Plakate gegen Radikalisierung Muslime sind aufgebracht

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Ein Plakat der Kampagne gegen Radikalisierung Jugendlicher des Bundesinnenministeriums.

Islamistische Radikalisierung ist auch in Deutschland längst verbreitet. Mit einer Kampagne auf Plakaten, in Zeitungen und im Internet sollen vor allem junge Leute angesprochen werden. Die Türkische Gemeinde und die Antidiskriminierungsstelle des Bundes wollen die Aktion jedoch stoppen, weil sie den Anschein der "Stigmatisierung einer ganzen Gruppe" wecke.

Eine Plakataktion des Bundesinnenministeriums zur Werbung für eine "Sicherheitspartnerschaft" mit Muslimen in Deutschland ist auf Kritik gestoßen. Die Türkische Gemeinde forderte Innenminister Hans-Peter Friedrich auf, die Aktion zu stoppen. Der Vorsitzende der Gemeinde, Kenan Kolat, warf dem Ministerium vor, die Kampagne nicht mit den muslimischen Verbänden abgestimmt zu haben.

Die Kampagne wendet sich gegen eine islamistische Radikalisierung Jugendlicher und junger Erwachsener. Mit Plakaten, Zeitungsanzeigen und Online-Angeboten sollen junge Leute, ihre Familien und Freunde gezielt angesprochen werden. Die Plakate ähneln Vermisstenanzeigen. Der Text lautet zum Beispiel: "Das ist unser Sohn. Wir vermissen ihn, denn wir erkennen ihn nicht wieder. Wir haben Angst, ihn ganz zu verlieren an religiöse Fanatiker und Terrorgruppen."

Auch die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, zeigte sich befremdet über die Plakatkampagne. "Die Motive wecken den Anschein der Stigmatisierung einer ganzen Gruppe", sagte Lüders. "Noch hängen die Plakate ja nicht, das soll erst ab dem 21. September geschehen." Da bleibe genug Zeit, um noch einmal in Ruhe über Motive und Beweggründe der Kampagne nachzudenken.

Quelle: ntv.de, dpa