Politik

Gutachten raten ab NRW erlaubt kein Fracking

Energie-Konzerne vermuten in NRW erhebliche Erdgasvorkommen in schwer zugänglichen Gesteinsschichten. Eine wirtschaftliche Gewinnung scheint nur mit riskantem Chemie-Einsatz möglich. Gutachter raten davon ab. Nun ziehen die Landesministerien die Notbremse.

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Die Bohrmethoden bergen zu viele Risiken.

(Foto: dpa)

In Nordrhein-Westfalen wird es vorerst keine Genehmigungen für Erdgas-Förderungen mit der umstrittenen Fracking-Bohrtechnologie geben. Darauf haben sich die Landesministerien für Umwelt und Wirtschaft geeinigt. Der Schutz von Mensch und Umwelt habe für die Landesregierung oberste Priorität, teilten die Ministerien in Düsseldorf mit.

Mit dieser Entscheidung folgt die Landesregierung der Empfehlung einer Risikostudie, die ein Ingenieur-Konsortium erstellt hat. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die beim Fracking verwendeten chemischen Zusätze riskant sind. Umweltrisiken seien nicht auszuschließen. Die Gutachter empfehlen, vor allem in Wasser- und Heilquellenschutzgebieten, Trinkwasserversorgungszonen sowie im Bereich von Mineralwasservorkommen keinerlei Aktivitäten zur Erschließung der sogenannten unkonventionellen Erdgasvorkommen zuzulassen.

Beim Fracking wird unter hohem Druck ein Chemikalien-Wasser-Sand- Gemisch in den Boden gepresst. Diese Flüssigkeiten haben nach Ansicht der Gutachter hohes Gefährdungspotenzial. Auch eine Studie für den Bund kam zu diesem Ergebnis.

In etlichen für die Methode verwendeten Gemischen seien besorgniserregende Zusätze mit sehr giftigen, krebserregenden und erbgutverändernden Eigenschaften festgestellt worden. Völlig ungeklärt sei darüber hinaus die Entsorgung der Lagerstättenwässer und Rückstände.

Insgesamt sei die Datenlage unsicher und Fracking-Erfahrungen aus anderen Ländern - speziell aus den weit vorausgaloppierenden USA - nur sehr eingeschränkt übertragbar. In NRW fehlten noch standortspezifische geologische und hydrochemische Analysen.

Sogar eine radioaktive Strahlenbelastung der Bevölkerung schlossen die Gutachter nicht aus. Diese könne auftreten, wenn Lagerstättenwasser und Rückstände unkontrolliert ins Grundwasser gelangten und über kontaminiertes Trinkwasser und die Nahrungsmittelproduktion aufgenommen würden.

Quelle: n-tv.de, dpa

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