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Sicherheitslücke noch nicht geschlossen NSA kann sich nicht gegen Spione wehren

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Carl Levin (l.) und Jack Reed (r.) verhörten James Clapper im US-Kongress.

(Foto: AP)

Es ist schon kurios: Die Spionage-Meister von der NSA wissen nicht, wie sie Spione abhalten sollen. Noch immer könnte ein Whistleblower wie Edward Snowden Daten stehlen. Die Aussage eines US-Geheimdienstdirektors zeigt die ganze Ratlosigkeit der Behörde.

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Weiß nicht, welche Dokumente Snowden stahl: James Clapper.

(Foto: AP)

Edward Snowden hat die NSA bloßgestellt - nicht nur die zahlreichen Spähaktivitäten des US-Geheimdienst enthüllte er, sondern auch die Sicherheitslücken in der Behörde selbst. Die ermöglichten es ihm, Dokumente im großen Stil zu kopieren und weiterzureichen.

Nun wird deutlich: Ein Whistleblower könnte heute noch immer wie Snowden vorgehen. Das räumte Geheimdienstdirektor James Clapper bei einer Anhörung im US-Kongress ein. "Wir werden den Einsatz von Überwachungssoftware vorantreiben, um Gefahren durch Insider besser erkennen zu können", versprach er. Doch noch ist es nicht so weit.  

"Es gibt keine Mausefalle, um sicherzustellen, dass es nie wieder einen weiteren Edward Snowden geben wird." Das ganze System basiere auf persönlichem Vertrauen, sagte er. Offenbar versucht die NSA, einen erneuten Datendiebstahl durch das Vier-Augen-Prinzip zu verhindern. So soll künftig niemand mehr allein hochsensible Daten abrufen können.

NSA weiß nicht, welche Dokumente kopiert wurden

Stattdessen solle immer jemand anderes mit dabei sein und über die Schulter schauen, Prinzip "Gegenseitige Kontrolle" also. Auf diese Weise werde auch mit den Atomwaffen der USA verfahren, heißt es in der "New York Times".

Die NSA weiß noch nicht einmal, welche Unterlagen Snowden kopiert und mitgenommen hat. Snowden habe gewusst, wie er sich unauffällig durch die Computersysteme des Nachrichtendienstes bewegen konnte. "Er wusste genau, was er tut", sagte Clapper. Laut "New York Times" könnten die Snowden-Dokumente auch Namen von US-Spionen enthalten - es war das erste Mal, das Clapper dies einräumte.

"Er ist gekonnt unter dem Radar geblieben." Die Zahl von 1,7 Millionen Dokumenten, die zuvor die Runde machte, sei eine Schätzung. "Wir wissen nicht wirklich, was er mitgenommen hat und was er seinen Komplizen zur Verfügung gestellt hat."

Snowden arbeitete über eine Vertragsfirma bei der NSA. Dass er in großem Stil Dokumente kopieren konnte, habe auch an fehlenden Sicherheitsvorkehrungen in seiner Außenstelle in Hawaii gelegen. "Wäre er in Fort Meade gewesen, dem NSA-Hauptquartier, wäre er wahrscheinlich eine ganze Zeit vorher aufgefallen", sagte Clapper.

Quelle: n-tv.de, vpe/dpa

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