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Die NSA hatte im bayerischen Bad Aibling eine große Abhörbasis.
Die NSA hatte im bayerischen Bad Aibling eine große Abhörbasis.(Foto: dpa)
Samstag, 10. August 2013

"Spiegel" findet Beleg in Snowden-Dokumenten: NSA spioniert Deutschland aus

Klar war es ja eigentlich schon. Jetzt folgt es - laut einem Medienbericht - auch noch schwarz auf weiß: Der US-Geheimdienst NSA stuft Amerikas Verbündeten Deutschland und die EU als Spionageziele ein. Allerdings ist das Interesse der NSA an der Bundesrepublik offenbar nur mittelmäßig.

Deutschland ist ein Spionageziel für die USA. Das geht aus einem Dokument aus dem Archiv des Ex-Geheimdienstlers Edward Snowden hervor, wie der "Spiegel" berichtet. Dabei handele es sich um eine als geheim eingestufte Liste aus dem April 2013, die die Prioritäten der NSA bei ihrer Überwachung festhält.

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Interessant finden die NSA-Agenten an Deutschland demnach seine Außenpolitik und die wirtschaftliche Lage. Es gehe ihnen also um die "ökonomische Stabilität" und um "Gefahren für die Finanzwirtschaft", berichtet das Magazin.

Höchste Priorität genießen Informationen zu Deutschland allerdings nicht. Sie rangierten auf Stufe drei von insgesamt fünf. Die Stufe eins stehe für "höchstes Interesse". Damit liege Deutschland nur "im Mittelfeld, etwa auf einer Ebene mit Frankreich und Japan, aber vor Italien und Spanien", heißt es in dem "Spiegel"-Bericht.

China, Russland und der Iran sind interessanter

Auch Waffenexporte, neue Technologien und der internationale Handel seien für die USA interessant. Diese Themen seien mit Stufe vier sogar noch weniger dringlich für die NSA-Ermittler. Gegenspionage fürchtet die USA demnach kaum. Sie wird in der Prioritätenliste auf Platz fünf geführt.

Auch die Europäische Union wird laut dem Bericht bespitzelt. Zu den Hauptzielen der US gehöre aber auch sie nicht. Am wichtigsten würden Informationen über China, Russland, den Iran, Pakistan, Nordkorea und Afghanistan genannt.

Dass auch Deutschland von der US-Überwachung betroffen ist, war schon bekannt. So hatte etwa der "Guardian" bereits im Juni von einem Werkzeug mit dem Namen "Boundless Informant" berichtet. Damit könne die NSA analysieren, woher die gesammelten Daten stammten. Demzufolge wurden vor allem der Iran und Pakistan beobachtet. In Europa stehe Deutschland ganz oben auf der Liste.

Die umfassende US-Überwachung war vor einigen Monaten von Snowden aufgedeckt worden. Der Computerexperte hatte Medien zahlreiche Dokumente zugespielt. Auf der Flucht vor den USA strandete Snowden schließlich an einem Moskauer Flughafen. Russland gewährte ihm daraufhin temporäres Asyl - seitdem herrscht eine diplomatische Eiszeit zwischen US-Präsident Barack Obama und Kreml-Chef Wladimir Putin.

Quelle: n-tv.de