Politik

Lehren aus Fukushima ziehen Nagasaki warnt vor Atomkraft

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Bei der zentralen Trauerfeier in Nagasaki.

(Foto: AP)

Tausende Menschen gedenken in der japanischen Stadt Nagasaki der Opfer des Atombombenabwurfs vor 66 Jahren. Unter dem Eindruck der Katastrophe im Kernkraftwerk Fukushima fordern Politiker eine Abkehr von der Atomenergie.

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Taue: Niemand soll noch einmal Strahlenangst durchleiden.

(Foto: AP)

Zum 65. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Nagasaki hat die japanische Stadt zu einem Verzicht auf die Atomkraft aufgerufen. Gerade nach der Atomkatastrophe von Fukushima im März müsse Japan auf sicherere alternative Energien aus Sonne, Wind oder Biomasse setzen, forderte Nagasakis Bürgermeister Tomihisa Taue während einer Gedenkfeier für die 70.000 Opfer des Atombombenabwurfs vor 66 Jahren. Das Volk eines Landes, das eine Atomexplosion erlebt habe, dürfe nicht zulassen, dass Menschen noch einmal Strahlenangst durchleiden müssten.

Seit dem Unglück im Atomkraftwerk Fukushima hat sich in der japanischen Bevölkerung Misstrauen gegenüber der Atomenergie breitgemacht, die derzeit noch zentraler Pfeiler der Energieversorgung des Landes ist. Auch der Bürgermeister von Hiroshima, das 1945 drei Tage vor Nagasaki von den USA mit einer Atombombe angegriffen worden war, hatte bei einer Gedenkfeier zum 65. Jahrestag ein Umdenken in der Energiepolitik gefordert. Die Regierung hat bereits mehrfach bekräftigt, Japans Abhängigkeit von der Atomkraft reduzieren zu wollen.

Bei dem Angriff mit einer Plutoniumbombe auf Nagasaki waren am 9. August 1945 mehr als 70.000 Menschen getötet worden. Drei Tage zuvor hatten die USA erstmals in der Geschichte der Menschheit eine Atombombe eingesetzt. Bei dem Angriff auf das bis zu diesem Zeitpunkt vom Krieg verschonte Hiroshima kamen rund 140.000 Menschen sofort oder in den folgenden Monaten ums Leben.

Quelle: ntv.de, AFP