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"Neuer diplomatischer Horizont" Netanjahu deutet langfristige Lösung an

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Israelischer Luftschlag auf Gaza-Stadt. Seit Dienstag wird wieder geschossen, mindestens 21 Palästinenser sind seither umgekommen.

(Foto: dpa)

Der Gazakrieg geht nach kurzer Pause in alter Härte weiter. Dem UN-Sicherheitsrat bleibt nur ein dringender Appell an die Konfliktparteien im Nahen Osten. Da verwundert eine Äußerung des israelischen Ministerpräsidenten, in der das Wort "Frieden" fällt.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York hat die Konfliktparteien im Nahen Osten "dringend" aufgerufen, Verhandlungen über eine erneute und "langanhaltende" Waffenruhe aufzunehmen. Israel und die Palästinenser sollten eine Eskalation des Konflikts verhindern und stattdessen eine sofortige Feuerpause vereinbaren, sagte der Vorsitzende des Rats, der britische UN-Botschafter Mark Lyall Grant, in New York. Der Sicherheitsrat sei angesichts der am Dienstag wieder aufgeflammten Kämpfe in Gaza "tief besorgt". Binnen Stunden wurden bei israelischen Luftschlägen mindestens 21 Palästinenser getötet und 120 verletzt, wie das Gesundheitsministerium in Gaza mitteilte. Militante Palästinenser feuerten rund 180 Raketen auf Israel ab.

Israel bestätigte den Versuch, den einflussreichen Militärchef der im Gazastreifen herrschenden Hamas gezielt zu töten. Ob Mohammed Deif tatsächlich getroffen wurde, ist immer noch unklar. Bei dem Luftangriff kamen aber Deifs 27-jährige Frau und sein sieben Monate altes Kind sowie zwei weitere Menschen ums Leben.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bezeichnete die Führer der militanten Palästinenserorganisationen im Gazastreifen als "legitimes Ziel". Er wollte sich jedoch nicht dazu äußern, ob Deif getötet wurde. Gleichzeitig deutete Netanjahu die Möglichkeit einer langfristigen Friedensregelung in der Region an. "Wer sagt, dass wir den Frieden aufgegeben haben?" Er kündigte einen "neuen diplomatischen Horizont" an, ohne sich zu Einzelheiten zu äußern.

Hat Deif überlebt?

Der amerikanische Nachrichtensender Fox News berichtete unter Berufung auf israelische Geheimdienstquellen, auch Mohammed Deif sei wohl getötet worden. Hingegen betonten eine von Deifs Schwestern und seine Schwiegermutter in Gaza, er sei am Leben. Auch die Hamas dementierte, dass der 1962 geborene Deif getötet worden sei. Das Gesundheitsministerium in Gaza bezeichnete eine Todesurkunde mit dem Namen Deifs von einem Krankenhaus als Fälschung, berichtet die "Jerusalem Post". Der Hamas-Funktionär Mussa Abu Marsuk nannte den Angriff ein "Verbrechen".

Deif ist in Gaza einer der wichtigsten Drahtzieher, er hat schon mehrere Attentate durch Israel überlebt. Israel wirft ihm vor, er dirigiere den Gaza-Krieg aus dem Untergrund. Israel hatte in der Vergangenheit immer wieder politische und militärische Führer der Hamas gezielt getötet. Der spirituelle Führer Ahmed Jassin, der an einen Rollstuhl gefesselt war, kam 2004 bei einem Luftangriff Israels ums Leben. Später tötete Israel auch dessen Nachfolger Abdel Asis Rantisi und 2012 den Hamas-Militärchef Ahmed Dschabari.

Rechtsorientierte Minister fordern weiter den Sturz der radikal-islamischen Hamas im Gazastreifen. Die Armee habe 2000 Reservisten wieder einberufen, die bereits freigestellt worden waren, bestätigte eine Militärsprecherin. Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor gut sechs Wochen sind nach palästinensischen Angaben mehr als 2040 Menschen im Gazastreifen getötet und mehr als 10.000 verletzt worden. Auf israelischer Seite kamen 64 Soldaten und drei Zivilisten ums Leben, Hunderte wurden verletzt.

Quelle: n-tv.de, nsc/dpa

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