Politik

Schlag gegen Islamisten Nigerias Armee tötet 80 Boko Haram-Kämpfer

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Nigerias Militär war vom Ältestenrat der Region Borno rund um die muslimisch geprägte Stadt Maiduguri zu Hilfe gerufen worden.

(Foto: AP)

Im Norden Nigerias sieht sich die Armee mit Boko Haram einer Terrorgruppe ausgesetzt, die ähnlich wie der IS mit Gewalt einen Gottestaat errichten will. Dem Militär gelingt nun ein Schlag gegen die Miliz. Doch die Kämpfe zehren an der Truppe.

Im Nordosten Nigerias hat die Armee bei Kämpfen mit der Terrorgruppe Boko Haram rund 80 Islamisten getötet. Das nigerianische Militär sei dem Ort Konduga zu Hilfe geeilt, nachdem dieser von den Extremisten der Boko Haram angegriffen wurde, wie die Zeitung "Vanguard" Armeesprecher Timothy Antigha zitierte. In über drei Stunden dauernden Gefechten konnte die Armee die Terroristen schließlich zurückdrängen.

Dabei hätten die Soldaten zahlreiche schwere Waffen erbeutet, darunter angeblich auch solche zur Abwehr von Flugzeugen. Auch mehrere mit Geschützen bestückte Fahrzeuge fielen dem Militär in die Hände. Die Armee durchkämmte anschließend das ganze Gebiet, um nach sich möglicherweise versteckt haltenden Boko-Haram-Kämpfern zu suchen. Unter den Kämpfern hätten sich auch ausländische Söldner befunden. Vier Angehörige der Armee seien bei den Gefechten verletzt worden, erklärte Antigha.

Vor wenigen Tagen hatten Augenzeugen berichtet, dass die Miliz, die im Norden Nigerias einen Gottesstaat einrichten will, kurz davor sei, die 35 Kilometer entfernte und strategisch bedeutsame Stadt Maiduguri einzunehmen. Die Kämpfer hatten demnach die Hauptstadt des Bundesstaats Borno komplett umstellt, um sie anzugreifen. Daraufhin hatte der Ältestenrat der Region die nigerianische Regierung dazu aufgerufen, einzuschreiten und die Islamisten zurückzudrängen. Die Boko Haram verübt seit 2009 immer wieder Anschläge. Tausende Menschen kamen bereits ums Leben. In der Hand der Extremisten sind auch zahlreiche verschleppte Frauen und Mädchen.

Urlaubssperre verärgert Soldaten

In der nigerianischen Armee selbst hatte zuletzt eine Anordnung für Unmut gesorgt, nach welcher der jährliche Urlaub für Pilgerfahrten, beispielsweise nach Mekka oder Jerusalem, wegen der anhaltend kritischen Lage im Norden des Landes gestrichen sollte. Dafür verantwortlich sollen angeblich die zuletzt vermehrt auftretenden Versuche von Soldaten sein, durch desertieren oder andere Methoden einem der gefährlichen Anti-Terror-Einsätze gegen die Boko Haram zu entgehen.   

Angaben des "Vanguard" zufolge nehmen rund 300 Soldaten der aus Christen und Muslimen bestehenden Armee jährlich ihr Recht auf Urlaub für eine Pilgerfahrt wahr. Viele Armeeangehörige sehen keinen Gewinn in der Anordnung, die ansonsten pflichtbewussten Soldaten einen wichtigen Teil ihrer Freizeitgestaltung nehmen würde.

Quelle: ntv.de, bwe/dpa

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