Politik

"System erledigt sich von selbst" Norbert Blüm beklagt Zustand der Rente

Zwei unterschiedliche Politikergenerationen, ähnliche Diagnose: Die gesetzliche Rentenversicherung gerät 125 Jahre nach ihrer Einführung an ihre Grenze. Das sehen sowohl Kanzlerin Merkel als auch Ex-Arbeitsminister Blüm so.

3mbo4428.jpg4629363383151172977.jpg

Die Aussage, die Norbert Blüm 1986 noch plakatierte, würde der CDU-Mann heute nicht mehr unterschreiben.

(Foto: dpa)

Mit einem Festakt in Berlin wurde das 125-jährige Jubiläum der gesetzlichen Rentenversicherung begangen. In ihrer Rede mahnte Kanzlerin Angela Merkel ein stärkeres Vorgehen gegen drohende Armut älterer Menschen an. Die Politik sei gut beraten, "für die Gestaltung der Rentenpolitik immer wieder einen parteiübergreifenden Konsens zu suchen".

Das gelte gerade angesichts der Herausforderung, dass es immer mehr Ältere gibt, aber künftig immer weniger Beitragszahler. Nur durch eine Mischung aus gesetzlicher, privater und betrieblicher Absicherung lasse sich eine gute Versorgung im Alter aufbauen.

Ein ähnlich pessimistisches Bild zeichnet der ehemalige Arbeitsminister Norbert Blüm. Der CDU-Politiker sagte der "Saarbrücker Zeitung", er halte die gesetzliche Rente nicht mehr für sicher. "Wenn das Rentenniveau weiter so sinkt wie in den letzten Jahren, dann kommt man in die Nähe der Sozialhilfe, was die Rentenversicherung nicht nur um ihren guten Ruf bringt, sondern auch um ihre soziale Sicherungsfunktion", sagte er.

Blüm hatte 1986 mit einer Kampagne um Vertrauen für die Rentenversicherung geworben. Auf 15.000 großen Plakaten wurde verkündet: "Denn eins ist sicher: Die Rente." Immer wieder betonte er fortan: "Die Rente ist sicher." Ein System, aus dem man mit Beiträgen nicht mehr bekomme als jemand, der keine Beiträge gezahlt habe, "erledigt sich von selbst", sagte er heute.

Quelle: ntv.de, jog/dpa