Politik

Mehr Geld für die NASA Obama will zum Mars fliegen

US-Präsident Barack Obama plant eine bemannte Mission zum Mars für die 2030er Jahre. Dafür stockt er eigens das Budget der NASA auf, der er zuvor Sparzwänge auferlegt hatte

Bis zum Mars würde es rund 520 Tage dauern.

Ziel aller Anstrengungen: Der Mars.

Trotz erheblicher Sparzwänge in der Raumfahrt will US-Präsident Barack Obama an einer bemannten Mission zum Mars festhalten. Um das Jahr 2035 solle erstmals ein Mensch den Mars umrunden, sagte Obama bei der Vorstellung des Raumfahrtprogramms seiner Regierung im Kennedy-Raumfahrtzentrums in Florida. Das Budget der Weltraumbehörde NASA werde in den kommenden fünf Jahren um sechs Milliarden Dollar aufgestockt.

Obamas Plänen zufolge sollen die USA bis zum Jahr 2025 eine neue Langstrecken-Rakete für bemannte Missionen entwickeln. "Sie wird uns als Ersten erlauben, bemannte Missionen über den Mond hinaus in die Tiefen des Alls zu unternehmen", sagte Obama. Bis Mitte der 2030-er Jahre sollen US-Astronauten eine Umlaufbahn um den Mars erreichen, eine Landung dort soll später folgen.

100-prozentige Unterstützung für die NASA

Noch vor dem ersten Besuch auf dem Mars wollen die USA erstmals Menschen auf einen Asteroiden schicken, sagte Obama. Er wies Kritik zurück, wonach seine Regierung die Raumfahrt vernachlässige. "Ich unterstütze die Mission der NASA zu hundert Prozent", sagte Obama.

Der erste bemannte Mondflug ist geglückt. 22 Stunden dauert der Aufenthalt dort oben. Unvergessen Armstrongs Worte: "Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein Riesensprung für die Menschheit."

Der erste bemannte Mondflug ist geglückt. Unvergessen Armstrongs Worte: "Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein Riesensprung für die Menschheit." Der Ingenieur als Poet ...

Obamas Regierung hatte im Februar das milliardenschwere Constellation-Programm stark eingeschränkt, das den Bau aufwändiger neuer Raumfahrzeuge zum Ziel hatte. Ex-Astronauten und Wissenschaftler hatten die Entscheidung, für welche die Regierung Sparzwänge anführte, scharf kritisiert. Bis Jahresende 2010 wollen die USA ihre Space-Shuttle-Fähren ausmustern. Danach werden die USA zunächst keine eigenen Raumfähren für den Transport von Astronauten ins All mehr besitzen. Sie werden auf russische Raketen angewiesen sein.

Technische Grundlage für die zukünftigen US-Projekte soll eine stark abgespeckte Version des Constellation-Programms sein: Die für dieses Programm entworfene Raumkapsel Orion soll in verkleinerter Weise umgesetzt werden. Eine solche Kapsel könnte den Plänen zufolge auch als Fluchtfahrzeug an die Raumstation ISS angedockt werden.

2500 neue Jobs

Das von Obama angekündigte Programm soll zumindest zum Teil die Verluste an Finanzmitteln und personeller Ausstattung wettmachen, die durch das für Jahresende 2010 geplante Ende der Space-Shuttle-Missionen zu erwarten sind. Durch das Ende dieses Programms könnten allein in Florida 9000 Arbeitsplätze verlorengehen; die neuen Investitionen sollen nun etwa 2500 Jobs schaffen.

Obamas Plan sieht zudem Anschubhilfen für Raumfahrtprojekte in der Privatindustrie vor, die in Ergänzung zu staatlichen Programmen an Wegen zum Personen- und Frachttransport ins Weltall arbeiten soll. Nach Angaben des Weißen Hauses soll diese Initiative in den kommenden fünf Jahren bis zu 10.000 Arbeitsplätze in den USA schaffen.

Armstrong: Drittklassige Raumfahrtnation

Scharfe Kritik an den geplanten Einschnitten am Constellation-Programm war am Dienstag von Ex-Astronaut Neil Armstrong gekommen, der 1969 mit der Apollo 11 als erster Mensch den Mond erreicht hatte. Das geplante Ende des Constellation-Projekts sei "vernichtend", schrieb Armstrong in einem offenen Brief an die Regierung. Die USA drohten zu einer "drittklassigen" Raumfahrtnation zu werden.

Quelle: ntv.de, AFP