Politik

Späte Genugtuung Obamacare ist der Renner

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Viele Amerikaner lassen sich noch auf dem letzten Drücker informieren.

(Foto: REUTERS)

Eine peinliche Pannenserie begleitete den Start der Website, auf der sich US-Bürger für eine Krankenversicherung anmelden konnten. Jetzt kann das Weiße Haus mit der Gesundheitsreform offenbar einen großen Wurf landen.

Zum Ende der Einschreibefrist ist das Interesse an einer Krankenversicherung im Zuge der Gesundheitsreform von US-Präsident Barack Obama explodiert. Bis zum Ablauf der Frist in der Nacht zum Dienstag hätten sich 7.041.000 Menschen in das Versicherungssystem eingeschrieben, sagte Obamas Sprecher Jay Carney. Die Regierung hatte sich das Ziel gesetzt, sieben Millionen Einschreibungen zu erreichen.

Am Montag, dem letzten Tag für einen Versicherungsabschluss, verzeichnete das Onlineportal healthcare.gov nach Angaben des Weißen Hauses mehr als drei Millionen Zugriffe. Bei den Callcentern seien noch einmal mehr als eine Million Anrufe von Menschen eingegangen, die sich auf den letzten Drücker eine Police sichern wollten.

In den ersten Monaten war die Nachfrage nach Obamas innenpolitischem Prestigeprojekt weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben, nicht zuletzt weil technische Pannen den Start von healthcare.gov im Herbst verhagelten. Über Onlinebörsen konnten nichtversicherte US-Bürger seit dem 1. Oktober 2013 die Policen privater Anbieter vergleichen und Anträge ausfüllen. Außerdem erfahren sie dort, ob sie Anspruch auf staatliche Hilfen haben.

Republikaner fürchten um die Freiheit

Im Kern steht die Pflicht aller Bürger, sich bei einer Krankenkasse zu versichern. Die Republikaner prangern dies als Beschneidung bürgerlicher Freiheitsrechte an, außerdem befürchten sie die Belastung der Wirtschaft durch Überregulierung.

Der andauernde Streit um Obamacare zeichnet sich als ein zentrales Thema bei den Kongresswahlen im November ab. "Das Problem war nie nur die Website, es war das ganze Gesetz", sagte der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, John Boehner. Der republikanische Senator John Barrasso warf der Regierung vor, die Zahlen der Versicherungsabschlüsse zu fälschen. "Ich glaube, sie frisieren die Bücher", sagte er.

Quelle: ntv.de, ppo/AFP