Politik

Abzug aus Afghanistan gefordert Ostermärsche für den Frieden

Im Mittelpunkt der traditionellen Ostermärsche der Friedensbewegung stehen die neuen Gefechte der Bundeswehr in Afghanistan. Die Verantwortung für den Tod der deutschen und afghanischen Soldaten trage die "zynische und uneinsichtige Politik" der Bundesregierung, so das zentrale Ostermarschbüro.

2q7r3817.jpg1603299551887616971.jpg

Schwerpunkt der diesjährigen Ostermärsche ist die Kritik am Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan.

(Foto: dpa)

Mit rund 30 Aktionen in ganz Deutschland - unter anderem einer Kundgebung auf dem Münchner Marienplatz - hat die Friedensbewegung ihre Ostermärsche fortgesetzt. Schwerpunkt der Demonstrationen waren die neuen Gefechte in Afghanistan, bei denen drei Bundeswehrsoldaten und versehentlich auch mindestens fünf verbündete afghanische Soldaten getötet wurden. Die Verantwortung dafür trage die "zynische und uneinsichtige Politik" der Bundesregierung, schrieb das zentrale Ostermarschbüro in Frankfurt am Main. "Es muss umgehend mit dem Abzug der Truppen begonnen werden." Nur so habe der friedliche Aufbau eine Chance.

Zu den Forderungen der Friedensbewegung im 50. Jahr der Ostermärsche zählen auch die Abschaffung aller Atomwaffen und der Stopp deutscher Rüstungsexporte. In München versammelten sich den Veranstaltern zufolge etwa 1200 Ostermarschierer. "I like peace - Krieg ist mies" und "Abrüstung statt Militarisierung der EU - für ein friedliches Europa", hieß es auf Transparenten. Beim Ostermarsch "Rhein Ruhr" zogen in Düsseldorf nach Polizeiangaben rund 500 Teilnehmer durch die Innenstadt zum Rathaus. Etwa 750 Menschen nahmen an einer Demonstration durch das Stuttgarter Zentrum teil.

2q7r4501.jpg9032258224307349997.jpg

Teilnehmer eines Ostermarsches auf dem Schlossplatz in Stuttgart.

(Foto: dpa)

In Leipzig kamen bis zum Nachmittag etwa 300 Demonstranten zusammen. Dort gab es laut Polizei einen Zwischenfall, als sechs Leute in Blauhemden der DDR-Jugendorganisation FDJ an dem Marsch teilnehmen wollten. Diese mussten das FDJ-Emblem überkleben. In Wiesbaden demonstrierten knapp 200 Menschen, in Michelstadt im Odenwald und in Bremen jeweils etwa 250. Weitere Aktionen fanden etwa in Braunschweig, Ramstein, Saarbrücken, Kiel und Duisburg statt.

Die Ostermärsche entstanden in Westdeutschland 1960 nach britischem Vorbild und etablierten sich als politische Protestaktion der Friedensbewegung gegen Atomwaffen. Mit dem Ende des Kalten Krieges und dem Zerfall des Ostblocks hat das Interesse nachgelassen. In diesem Jahr gibt es Veranstaltungen in mehr als 70 Städten, Auftakt war am Karfreitag. Am Sonntag sind noch 6 Aktionen geplant, am Montag sind es laut zentralem Ostermarschbüro bundesweit etwa 15.

Quelle: ntv.de, dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.