Politik

Missbrauchsskandal in der Kirche Papst will "nötige Wege weisen"

Lange hat er zu den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche geschwiegen. Nun will Papst Benedikt XVI. praktische Vorgaben geben, "wie die Plage der Pädophilie in der Kirche ausgemerzt werden kann". In einem Hirtenbrief, der am Wochenende veröffentlicht werden soll.

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(Foto: dpa)

Der Vatikan veröffentlicht am Samstag den Hirtenbrief von Papst Benedikt XVI. zum Missbrauchsskandal in der irischen Kirche. Erwartet wird, dass das Schreiben nicht nur den Missbrauch an tausenden Kindern in Irland aufgreift, sondern auch Konsequenzen für die katholische Kirche in Deutschland zieht. "Der Heilige Vater wird den irischen Katholiken, aber auch allen Episkopaten (Bischöfen) deutlich die nötigen Wege weisen, wie die Plage der Pädophilie in der Kirche ausgemerzt werden kann", erläuterte der Kurienkardinal José Saraiva Martins in Rom.

Benedikt hatte angekündigt, den seit langem erwarteten Brief an diesem Freitag unterschreiben zu wollen. "Meine Hoffnung ist, dass der Hirtenbrief euch hilft auf dem Weg der Reue, der Heilung und der Erneuerung", hatte er betont. Im Vatikan hatte es geheißen, der Missbrauchsskandal im Heimatland des deutschen Papstes habe das Erscheinen des Hirtenbriefes an die irischen Bischöfe verzögert. Erwartet werden auch praktische Vorgaben des Papstes, wie solche Skandale in der Kirche künftig verhindert werden können.

Nach einem Bericht der römischen "La Repubblica" soll es im Vatikan auch Vorbehalte gegen einen Brief allein an die irischen Bischöfe zum jetzigen Zeitpunkt gegeben haben: In der Kurie habe es angesichts der Ausweitung des Skandals in anderen Ländern Befürworter einer allgemeinen "Instruktion" aus Rom an die gesamte katholische Kirche gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen gegeben. Der Hirtenbrief an die Iren war im Dezember als Reaktion auf den tausendfachen Missbrauch in der dortigen Kirche angekündigt worden.

Quelle: ntv.de, dpa