Politik

Rebellen übernehmen Zentralafrika Paris schickt Soldaten

3284F20020D3F759.jpg1155962014152471339.jpg

Soldaten aus dem Tschad sollen Bozizé unterstützen und die alte Ordnung wieder herstellen.

(Foto: AP)

Rebellen reißen in der Zentralafrikanischen Republik die Macht an sich und schlagen den Präsidenten in die Flucht. Die UN und die ehemalige Kolonialmacht Frankreich sind besorgt. Paris schickt Soldaten zum Schutz der in dem Krisenland lebenden Franzosen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Machtübernahme der Rebellen in der Zentralafrikanischen Republik verurteilt und eine rasche Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung gefordert. Zugleich zeigte er sich über Berichte von schweren Menschenrechtsverstößen besorgt.

Nach monatelangem Konflikt mit der Regierung hatten Rebellen am Sonntag den

3284EC0082A6034F.jpg4644636533716599598.jpg

Bozizé soll im Kongo Zuflucht gesucht haben.

(Foto: AP)

Präsidentenpalast in der Hauptstadt Bangui eingenommen. Staatsoberhaupt François Bozizé sei auf der Flucht und soll Zuflucht im Nachbarland Kongo gesucht haben, zitierte der arabische Sender Al-Dschasira einen Milizensprecher. Ein Regierungssprecher bestätigte die Angaben.

Frankreichs Präsident François Hollande forderte die Rebellen zum Dialog mit der Regierung auf. Die Allparteienregierung sei das Ergebnis des Friedensabkommens von Libreville vom 11. Januar, erklärte er am Sonntag in Paris. Auch Ban bezeichnete das unter Vermittlung der Wirtschaftsgemeinschaft Zentralafrikanischer Staaten (ECCAS) erzielte Abkommen als beste Grundlage für dauerhaften Frieden und Stabilität in der Zentralafrikanischen Republik.

Sorgen bereiteten dem UN-Generalsekretär auch die schlechte humanitäre Lage in dem Land sowie die gemeldeten Plünderungen in der Hauptstadt Bangui, inklusive der dortigen UN-Einrichtungen. Die Vereinten Nationen würden alles tun, um ihre Mitarbeiter zu schützen. Auch Hollande rief die bewaffneten Gruppen auf, die Rechte der Bevölkerung zu achten.

Bereits hunderte Soldaten entsandt

Angesichts der sich zuspitzenden Lage hatte die frühere Kolonialmacht Frankreich schon am Samstag eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt. Paris hat in dem Land derzeit 250 Soldaten stationiert. 300 weitere Soldaten sollen bereits zur Verstärkung nach Bangui entsandt worden sein. In der Zentralafrikanischen Republik leben 1250 Franzosen.

Die Lage in dem Land ist seit Monaten angespannt. Bereits im Dezember hatten die Seleka-Rebellen wichtige Städte eingenommen und waren auf dem Weg nach Bangui. Frankreich, die USA und die Zentralafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft schickten daraufhin Truppen. Nach Friedensgesprächen in Gabun hatten sich die Rebellen zunächst damit einverstanden erklärt, dass Bozizé bis 2016 im Amt bleibt.

Anfang Februar wurde eine Allparteienregierung gebildet, in der Rebellen und Oppositionspolitiker wichtige Posten bekamen. Der Deal sah auch vor, Seleka-Kämpfer in die Armee zu integrieren. Die Miliz wirft Bozizé vor, dieses Versprechen nicht eingehalten zu haben.

Die Zentralafrikanische Republik war 1960 unabhängig geworden. Das Land, das an andere Krisenstaaten wie den Kongo und den Sudan grenzt, ist seit Jahrzehnten von politischer Instabilität geprägt. Trotz reicher Rohstoffvorkommen an Diamanten, Gold und Uran gehört es nach wie vor zu den ärmsten Staaten der Erde.

Quelle: ntv.de, dpa