Politik

"Hohes Risiko" eines Militärschlags Paris warnt Ahmadinedschad

1317138658.jpg8935519532043886654.jpg

Eine Iranerin übt sich in Teheran.

(Foto: AP)

Schon lange provoziert der Iran den Westen mit seinem umstrittenen Atomprogramm. Anfang des Monats erwähnt Frankreichs Präsident Sarkozy einen möglichen "Präventivschlag" gegen den Iran. Nun legt sein UN-Botschafter noch einmal nach. Der Iran will indes eine Kriegsflotte in US-Hoheitsgewässer schicken und seine Seestreitkräfte mit neuen Kurzstreckenraketen bestücken.

Der französische UN-Botschafter Gérard Araud hat dem Iran mit einem Militäreinsatz gedroht, sollte das Land an seinem festhalten. Wenn es keine neuen Verhandlungen über das Programm gebe, bestehe ein "hohes Risiko" eines militärischen Eingreifens, sagte der Diplomat.

2011-09-25T234934Z_01_SIN02_RTRMDNP_3_SUDAN-IRAN.JPG7925694711403935594.jpg

Präsident Mahmud Ahmadinedschad beharrt auf dem Atomprogramm.

(Foto: REUTERS)

Araud ließ offen, welche Länder sich an einem solchen Einsatz beteiligen könnten. Ein Eingreifen könne jedoch "katastrophale Folgen in der Region" haben, warnte er.

Der Westen wirft dem Iran vor, sein Atomprogramm militärisch auszurichten. Der UN-Sicherheitsrat verhängte deswegen bereits vier Mal Sanktionen gegen Teheran. Iranische Vertreter hingegen behaupten, das Atomprogramm diene friedlichen Zwecken.

Präsident Mahmud Ahmadinedschad sagte kürzlich, sein Land brauche angereichertes Uran für einen medizinischen Reaktor zur Verbesserung von Krebsbehandlungen. Bereits Anfang September hatte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy einen möglichen "Präventivschlag" gegen den Iran erwähnt.

Iran schickt Kriegsflotte

2uuw4429.jpg3608586597137743802.jpg

Das AKW Buschehr bereitet der Welt große Sorge.

(Foto: dpa)

Der Iran kündigte indes an, eine Kriegsflotte in die Nähe der US-Hoheitsgewässer zu entsenden. Das sagte der Kommandeur der iranischen Marine, Habibollah Sajari, der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. "Da die Amerikaner illegitim in unseren Gewässern (Persischer Gulf) sind, wird auch unsere Flotte demnächst eine starke Präsenz in amerikanischen Hoheitsgewässern haben", sagte Sajari.

Wann und über welche Route Teheran die Schiffe in den Atlantik entsenden will, sagte der Kommandeur nicht. Eine erste Ankündigung hatte es bereits im Juli gegeben.

Die Hochseeflotte des Landes umfasst etwa ein halbes Dutzend kleiner Fregatten und Zerstörer. Die iranische Marine verstärkt bereits seit dem vergangenen Jahr ihre Präsenz in internationalen Gewässern.

Neue Raketen für Seestreitkräfte

Die iranischen Seestreitkräfte werden zudem mit neuen Kurzstreckenraketen ausgerüstet. Die Schiffe der Hochseeflotte und der Revolutionsgarden im Persischen Golf bekämen nun "in großer Anzahl" Marschflugkörper vom Typ Ghader, teilte der iranische Verteidigungsminister Ahmed Wahidi mit. Die Raketen hätten eine Reichweite von 200 Kilometern und könnten Ziele an der Küste und auf dem Wasser treffen. Sie würden die Einsatzfähigkeit der Seestreitkräfte deutlich erhöhen, erklärte der Minister.

Ahmadinedschad hatte die neuen Marschflugkörper bereits im August angekündigt. Die Raketen dienen demnach ausschließlich Verteidigungszwecken. Nach Angaben der iranischen Führung werden sie vollständig im Iran hergestellt.

Beobachter sehen darin einen Versuch, den Iranern die Sorge über eventuelle militärische Angriffe gegen iranische Atomanlagen zu nehmen. Auch die anti-amerikanische Rede Ahmadinedschads vor der UN-Vollversammlung in New York wird als Versuch gewertet, der islamischen Welt zu beweisen, dass das Land sich nicht von militärischem und politischem Druck der USA und des Westens einschüchtern lässt.

Quelle: ntv.de, ghö/AFP/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen