Politik

AI beklagt "schwarze Gefängnisse" Peking stellt Dissidenten kalt

Die chinesische Führung unternimmt alles dafür, dass der Parteitag der Kommunisten zu einem Erfolg wird. Dazu gehört auch, dafür zu sorgen, dass es keine Störfeuer von Regimekritikern gibt. Wie Amnesty International jetzt anprangert, werden dazu Dutzende Dissidenten in sogenannte "schwarze Gefängnisse" gesteckt.

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Die Choreografie für den Parteitag steht schon.

(Foto: REUTERS)

Vor dem Parteitag der chinesischen Kommunisten haben die Behörden rund 130 Kritiker festgenommen, unter Hausarrest gestellt oder aus Peking weggebracht. Das berichtet die Menschenrechtsorganisation Amnesty International - kurz AI. Vor dem Parteitag, der am Donnerstag beginnt und einen Führungswechsel einleiten soll, sind in der Hauptstadt massive Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden.

"Während sich eine neue Führung auf die Machtübernahme vorbereitet, beobachten wir dieselben alten Muster von Repression wie im Vorfeld der Olympischen Spiele in Peking 2008 oder der Nobelpreisvergabe an Liu Xiaobo 2010", sagte China-Experte Dirk Pleiter. Die Organisation geht davon aus, dass die Betroffenen in sogenannten "schwarzen Gefängnissen" eingesperrt sind. Pleiter erklärte, das seien "Keller oder Hotels, die kurzfristig zu inoffiziellen Haftzentren umfunktioniert werden".

Amnesty International forderte ein sofortiges Ende der Verfolgung. "Immer mehr Menschen in China engagieren sich trotz aller Hindernisse. Wir appellieren an die neue chinesische Führung diesem Engagement nicht länger mit Repression zu begegnen, sondern die Meinungs- und Versammlungsfreiheit zu respektieren", hieß es in einer Mitteilung.

Quelle: ntv.de, jog/dpa