Politik

Twitter-Angriff auf Bernd Schlömer Piraten zeigen Parteichef Stinkefinger

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Ein Screenshot von Brandhoffs Twitter-Profil.

Bernd Schlömer befürchtet eine "Treibjagd". Nachdem die Piraten schon ihren politischen Geschäftsführer aus dem Amt mobbten, droht nun dem Piratenchef ein ähnliches Schicksal. Auf Twitter kursiert ein Schmähfoto - und das ausgerechnet kurz vor dem Parteitag der Piraten.

Wieder einmal machen die Piraten mit ihrer zweifelhaften Debattenkultur auf sich aufmerksam. Und das ausgerechnet vor dem Parteitag der Netzaktivisten am nächsten Wochenende. Der politische Geschäftsführer der Partei in Hessen, Sascha Brandhoff, veröffentlichte bei Twitter ein Foto, auf dem mehrere Piraten ihren Mittelfinger in die Kamera recken. Gerichtet an den Parteivorsitzenden Bernd Schlömer schrieb er dazu, das Bild zeige "unsere Motivation gegenüber deinen Aussagen".

Schlömer ist umstritten. Zuletzt löste ein Interview, das er der "Taz" gab, Unmut aus. Er sagte darin: "Uns fehlt die Kraft und die Motivation für den Wahlkampf." Im "Spiegel", der zuerst über die Affäre berichtete, bestritt Schlömer, das je so gesagt zu haben. Doch die "Taz" beharrt auf ihrem Zitat.

"Es knallt ganz gewaltig"

Der rabiate Umgang der Piraten miteinander sorgte immer wieder für Aufsehen. So drang im Februar eine SMS des Berliner Piraten Christopher Lauer an den politischen Geschäftsführer, Johannes Ponader, an die Öffentlichkeit. Lauer schrieb: "Lieber Johannes, wenn Du bis morgen 12:00 Uhr nicht zurückgetreten bist knallt es ganz gewaltig." Er fügte hinzu: "Ich seh mir nicht mehr länger an, wie Du meine Partei gegen die Wand fährst." Ponader ist wegen seiner Alleingänge und öffentlichen Auftritten immer wieder in die Kritik geraten. Im März kündigte er seinen Rücktritt an.

Die jüngste Affäre kommt für die Partei zur Unzeit. In Umfragen stürzte sie bundesweit auf unter fünf Prozent ab. Am Wochenende wollte sie in Neumarkt in der Oberpfalz eigentlich einen Neustart einläuten. Auf der Tagesordnung stehen Beratungen zum Wahlprogramm und die Wahl eines Nachfolgers für den scheidenden Geschäftsführer. Jetzt könnte allerdings die Mittelfinger-Attacke den Parteitag überschatten. Auf Twitter schrieb der Piraten-Chef: "So beginnt eine Treibjagd gegen Menschen."

Quelle: ntv.de, ieh