Politik

Gregor Gysi Prominentestes Zugpferd der PDS

Mit Gregor Gysi schickte die PDS ihren bundesweit bekanntesten und beliebtesten Politiker ins Rennen um das Spitzenamt in Berlin. Die 53 Jahre alte Kultfigur der Partei galt intern als bester Kandidat dafür, den von der PDS angestrebten Durchbruch im Westen zu schaffen. Dem brillanten Rhetoriker kam dabei zu Gute, dass er in den vergangenen Jahren den radikalen Bruch der PDS mit ihrer SED-Vergangenheit vorangetrieben hat.

Gysi mangelt es nicht an Selbstbewusstsein: Bei einer Direktwahl des Regierenden Bürgermeisters hätte er den Posten so gut wie sicher gehabt, verkündete der Bundestagsabgeordnete in zahlreichen Interviews. Die Meinungsumfragen gaben ihm auch lange Zeit recht. Die Terroranschläge in den USA kippten das Stimmungsbild jedoch vier Wochen vor der Wahl zu Gunsten der großen Volksparteien, die Sicherheit und Kontinuität versprechen. Die Umfragewerte für Gysi wie für die PDS sanken um einige Punkte.

Für das Ziel, die Linkssozialisten an der Regierung in der Hauptstadt zu beteiligen, gab der promovierte Jurist und ehemalige Rinderzüchter seine Lebensplanung auf. Auf dem legendären PDS-Bundesparteitag in Münster im April 2000 hatte der damalige Fraktionschef im Bundestag nach einer Niederlage der Parteiführung um Bundeswehreinsätze in Krisengebieten seinen Entschluss verkündet, sich nach 2002 aus der aktiven Politik zurückzuziehen.

Die Herausforderung in seiner Heimatstadt reizte den Politprofi jedoch so sehr, dass er dem Werben seiner Partei nachgab. Zudem sah Gysi nur sich als einzigen mit Kandidaten fähig, Berlin aus Filz und Provinzialität befreien. Sollte es für das Amt des Regierungschefs nicht reichen, wäre er auch bereit, den Posten des Wirtschafts- oder Kultursenators in Berlin zu übernehmen, hatte Gysi angekündigt.

Quelle: ntv.de

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