Politik

"Es gab keine Vergewaltigungen" Proteste gegen einen Lügner

Philippinerinnen, die im Zweiten Weltkrieg von der japanischen Armee zur Prostitution gezwungen worden waren, haben vor der japanischen Botschaft in Manila protestiert. Die Demonstration richtete sich gegen Bemerkungen des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe, es gebe keine Beweise für die Vergewaltigung der Frauen.

Abe hatte behauptet, es sei historisch nicht bewiesen, dass die kaiserliche Armee Frauen zur Prostitution gezwungen habe. 1993 hatte die japanische Regierung die Rekrutierung so genannter "Trostfrauen" eingeräumt und sich dafür entschuldigt. Das Außenministerium in Manila verlangte am Montag, dass Tokio davon nicht abrückt.

Die Philippinerinnen, die inzwischen weitgehend über 80 Jahre alt sind, kämpfen um Wiedergutmachung. Einige Dutzend trugen am Dienstag in Manila Plakate mit Aufschriften wie "Premierminister Abe: Lügner" oder "Ich bin vergewaltigt worden". Einige der alten Frauen weinten. Historiker schätzen, dass während des Zweiten Weltkriegs in Korea, China, Taiwan, Indonesien und auf den Philippinen bis zu 200.000 Frauen von der japanischen Armee zur Prostitution gezwungen wurden.

Am Montag hatte Abe eine Entschuldigung für die japanischen Verbrechen an den Frauen ausgeschlossen. Vor einem Parlamentsausschuss in Tokio sagte er, dies werde er auch nicht tun, falls der US-Kongress dies in einer Resolution verlange. Abe behauptete, es sei "nicht durch Fakten erwiesen", dass Japan Frauen zu sexueller Sklaverei gezwungen habe.

Bereits am 1. März soll Abe vor Reportern gesagt haben, dass es keinen Beweis dafür gebe, dass Zwang auf Frauen ausgeübt worden sei, um als Prostituierte in Soldatenbordellen zu arbeiten. Im US-Kongress wird derzeit eine Resolution erwogen, in der Tokio zu einer formellen Entschuldigung und zur Übernahme der historischen Verantwortung für die "Trostfrauen" aufgerufen werden soll.

Quelle: n-tv.de